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Buttenwiesen: Gläubiger Jude und für das Gemeinwohl engagierter Buttenwiesener

Pressemeldung vom 6. September 2010, 11:34 Uhr

Heimatchronist Israel Lammfromm personifiziert Integration

Anlässlich des 80. Todestags ehrte die Gemeinde Buttenwiesen am Europäischen Tag der jüdischen Kultur den Heimatchronisten Israel Lammfromm (1863-1930), der sich große Verdienste um seinen Heimatort erworben hat.

Bürgermeister Norbert Beutmüller zeigte sich bei der Begrüßung im vollbesetzten Sitzungssaal des Rathauses erfreut über den regen Zuspruch. Nach seinen Worten ist die Gemeinde Buttenwiesen bestrebt, der Verantwortung aus dem reichhaltigen jüdischen Erbe gerecht zu werden.

Gemeindearchivar Dr. Johannes Mordstein beleuchtete in einem Vortrag die Biographie Israel Lammfromms, der aus einer alteingesessenen Buttenwiesener jüdischen Familie stammte. In seinem Wohnhaus (heute Marktplatz 7) betrieb er eine Geschäft für Haushaltswaren und landwirtschaftliche Geräte sowie eine Eisenhandlung.

Lammfromm engagierte sich außerordentlich für das Gemeinwohl: Fast 30 Jahre fungierte er als Vorstandschaftsmitglied der israelitischen Kultusgemeinde, davon viele Jahre als deren Sekretär. Über fünf Jahrzehnte war er Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr Buttenwiesen, bei der er auch die verantwortungsvollen Positionen des Zeugwarts und des Zugführers ausübte. Auch als Festredner und Organisator von Jubiläumsveranstaltungen war er aus dem gesellschaftlichen Leben seiner Zeit nicht wegzudenken.

Sein Engagement für die Kultusgemeinde und die Gesamtgemeinde zeigt, so Mordstein, den harmonischen Zweiklang in Lammfromms Leben: Er war gläubiger Jude und überzeugter Buttenwiesener, der seine Heimat liebte. Er personifiziert somit die Integration der Juden in die Gesamtgesellschaft des zu Ende gehenden 19. und des beginnenden 20. Jahrhunderts.

Lammfromms Hauptverdienst ist die 1911 erschienene „Chronik der Markt-Gemeinde Buttenwiesen“, die bis heute das Standardwerk zur Geschichte Buttenwiesens darstellt. „Auch heute noch ist die Chronik wegen ihrer Informationsfülle und ihrer Zuverlässigkeit lesenswert. Über viele Aspekte der Buttenwiesener Geschichte wissen wir nur Bescheid, weil Lammfromm darüber berichtet“, betonte Mordstein in seinem Vortrag. Da Lammfromms Arbeit seit vielen Jahren vergriffen ist, plant die Gemeinde Buttenwiesen für das kommende Jahr eine Neuauflage der „Chronik“. Unverbindliche Vorbestellungen unter Tel. 08274/9999-13.

In seiner „Chronik“ legte Lammfromm besonders großen Wert auf das einträgliche Zusammenleben von Christen und Juden zum Gesamtwohl des gesamten Dorfs. Moderne Entwicklungen wie Lokalbahn, Straßenbeleuchtung, Wasserleitungen, Telefon und Telegraphenstation konnten nur realisiert werden, weil beide Glaubensgruppen „gemeinsam in Eintracht zum Wohle der Gesamtgemeinde“ zusammenarbeiteten. Voller Stolz fügt Lammfromm an: „An der modernen Entwicklung von Buttenwiesen nahmen die Israeliten ganz hervorragenden Anteil“.

Im anschließenden Rundgang führte Heimathistoriker Franz X. Neuner die Besucher durch das jüdische Buttenwiesen. Besondere Beachtung schenkte er den Wohnhäusern der Familie Lammfromm sowie den Grabsteinen der Familie auf dem jüdischen Friedhof.

Bild:

Tag_der_jüdischen_Kultur_2010_Buttenwiesen-Bericht.jpg:

Franz X. Neuner (3. von links) führt die Besucher durch die jüdische Vergangenheit Buttenwiesen. Im Hintergrund das älteste jüdische Wohnhaus in Buttenwiesen, das 1807 erbaute Rabbinerwohnhaus.

(Anhang: Word)
Gläubiger Jude und für das Gemeinwohl engagierter Buttenwiesener

Heimatchronist Israel Lammfromm personifiziert Integration
Anlässlich des 80. Todestags ehrte die Gemeinde Buttenwiesen am Europäischen Tag der jüdischen Kultur den Heimatchronisten Israel Lammfromm (1863-1930), der sich große Verdienste um seinen Heimatort erworben hat.

Bürgermeister Norbert Beutmüller zeigte sich bei der Begrüßung im vollbesetzten Sitzungssaal des Rathauses erfreut über den regen Zuspruch. Nach seinen Worten ist die Gemeinde Buttenwiesen bestrebt, der Verantwortung aus dem reichhaltigen jüdischen Erbe gerecht zu werden.

Gemeindearchivar Dr. Johannes Mordstein beleuchtete in einem Vortrag die Biographie Israel Lammfromms, der aus einer alteingesessenen Buttenwiesener jüdischen Familie stammte. In seinem Wohnhaus (heute Marktplatz 7) betrieb er eine Geschäft für Haushaltswaren und landwirtschaftliche Geräte sowie eine Eisenhandlung.

Lammfromm engagierte sich außerordentlich für das Gemeinwohl: Fast 30 Jahre fungierte er als Vorstandschaftsmitglied der israelitischen Kultusgemeinde, davon viele Jahre als deren Sekretär. Über fünf Jahrzehnte war er Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr Buttenwiesen, bei der er auch die verantwortungsvollen Positionen des Zeugwarts und des Zugführers ausübte. Auch als Festredner und Organisator von Jubiläumsveranstaltungen war er aus dem gesellschaftlichen Leben seiner Zeit nicht wegzudenken.
Sein Engagement für die Kultusgemeinde und die Gesamtgemeinde zeigt, so Mordstein, den harmonischen Zweiklang in Lammfromms Leben: Er war gläubiger Jude und überzeugter Buttenwiesener, der seine Heimat liebte. Er personifiziert somit die Integration der Juden in die Gesamtgesellschaft des zu Ende gehenden 19. und des beginnenden 20. Jahrhunderts.
Lammfromms Hauptverdienst ist die 1911 erschienene „Chronik der Markt-Gemeinde Buttenwiesen“, die bis heute das Standardwerk zur Geschichte Buttenwiesens darstellt. „Auch heute noch ist die Chronik wegen ihrer Informationsfülle und ihrer Zuverlässigkeit lesenswert. Über viele Aspekte der Buttenwiesener Geschichte wissen wir nur Bescheid, weil Lammfromm darüber berichtet“, betonte Mordstein in seinem Vortrag. Da Lammfromms Arbeit seit vielen Jahren vergriffen ist, plant die Gemeinde Buttenwiesen für das kommende Jahr eine Neuauflage der „Chronik“. Unverbindliche Vorbestellungen unter Tel. 08274/9999-13.
In seiner „Chronik“ legte Lammfromm besonders großen Wert auf das einträgliche Zusammenleben von Christen und Juden zum Gesamtwohl des gesamten Dorfs. Moderne Entwicklungen wie Lokalbahn, Straßenbeleuchtung, Wasserleitungen, Telefon und Telegraphenstation konnten nur realisiert werden, weil beide Glaubensgruppen „gemeinsam in Eintracht zum Wohle der Gesamtgemeinde“ zusammenarbeiteten. Voller Stolz fügt Lammfromm an: „An der modernen Entwicklung von Buttenwiesen nahmen die Israeliten ganz hervorragenden Anteil“.
Im anschließenden Rundgang führte Heimathistoriker Franz X. Neuner die Besucher durch das jüdische Buttenwiesen. Besondere Beachtung schenkte er den Wohnhäusern der Familie Lammfromm sowie den Grabsteinen der Familie auf dem jüdischen Friedhof.

Bild:
Tag_der_jüdischen_Kultur_2010_Buttenwiesen-Bericht.jpg:
Franz X. Neuner (3. von links) führt die Besucher durch die jüdische Vergangenheit Buttenwiesen. Im Hintergrund das älteste jüdische Wohnhaus in Buttenwiesen, das 1807 erbaute Rabbinerwohnhaus.

Quelle: Gemeinde Buttenwiesen

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