Energiewechsel

Aschaffenburg: Wanderung über den „Exe“

Pressemeldung vom 27. Mai 2010, 10:28 Uhr

Im Rahmen der diesjährigen BayernTour Natur lud die Stadt Aschaffenburg am Pfingstsamstag, dem bundesweiten Tag der Biologischen Vielfalt, zu einer Wanderung über die freigegebenen Wege auf dem ehemaligen Standortübungsgelände „Schweinheimer Exe“ ein. Über 20 interessierte Naturfreunde ließen sich bei strahlendem Sonnenschein von Maria Quittek, Naturschutzfachkraft bei der Stadt Aschaffenburg, über die Geschichte und die ökologische Bedeutung des 2007 von den amerikanischen Streitkräften aufgegebenen Geländes informieren. Das Gebiet reicht von Schweinheim bis nach Sulzbach-Soden und der Gemarkung Gailbach und umfasst zusammen mit den umgebenen hügeligen Waldflächen eine Größe von rund 570 Hektar.
Die Bedeutung des Gebietes ergibt sich aus seiner Vielfalt an Lebensraumtypen wie Trockenstandorten, Wiesen, Wäldern und Gewässern, die bisher nicht öffentlich zugänglich waren. Diese beherbergen europaweit geschützte Arten wie dem Steinschmätzer, der Gelbbauchunke, der Kreuzkröte, der Zauneidechse und dem Wiesenknopf-Ameisenbläuling, einer äußerst seltenen Schmetterlingsart.
Auf Antrag des Bund Naturschutz (BN) hat die Regierung von Unterfranken ein Unterschutzstellungsverfahren eingeleitet. Noch in diesem Jahr soll eine Fläche von rund 300 Hektar als Naturschutzgebiet ausgewiesen werden. 86 Hektar des Geländes sind schon heute als europaweit bedeutsames FFH-Gebiet gesichert.
Quittek erläuterte, dass für einzelne Gebäude und Flächen unterschiedliche Nutzungen vorgeschlagen wurden, mit denen sich ein eigens eingerichteter Arbeitskreis unter der Leitung von Oberbürgermeister Klaus Herzog befasst hatte. Als wünschenswert wurde beispielsweise die Einrichtung eines Umweltbildungszentrums in der ehemaligen Range Control an der Ebersbacher Straße herausgestellt.
Auf Nachfrage von Teilnehmern, warum man das Gelände nach Aufgabe der militärischen Nutzung nicht wieder betreten dürfe, wies Maria Quittek auf die Empfindlichkeit dieses ökologisch hochwertigen Lebensraumes hin. Auch Sicherheitsgründe (Munitionsreste und Altlasten) erforderten ein Betretungsverbot außerhalb der freigegebenen Wege.

Quelle: Stadt Aschaffenburg

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