Energiewechsel

Bamberg: „Strom und Wärme, erzeugt vor Ort!“

Pressemeldung vom 18. Dezember 2015, 08:17 Uhr

Der Verarbeitungsbetrieb Tierischer Nebenprodukte in Walsdorf nimmt sein neues BHKW in Betrieb

Nach nur zehn Wochen Bauzeit konnte nun das Blockheizkraftwerk (BHKW) am Standort des Verarbeitungsbetriebs Tierische Nebenprodukte (VTN) in Walsdorf ans Netz gehen. Die Kosten für die Containeranlage des Blockheizkraftwerks beliefen sich auf ca. 420.000 Euro, die Gesamtinvestition betrug 650.000 Euro. Landrat und Zweckverbandsvorsitzender Johann Kalb fasst den Nutzen der Investition zusammen: „Das neue Blockheizkraftwerk ist energieeffizient. Es verringert somit langfristig Kosten und vermindert gleichzeitig den CO2-Ausstoß.“

Kompetenter Partner bei der Entwicklung des Konzeptes und bei der Überwachung der Baumaßnahme war die Regionalwerke Bamberg GmbH, die darüber hinaus die Vorarbeiten für den Bau des Blockheizkraftwerks wie Planung, Ausschreibung und Genehmigungsplanung durchführte.

Die KWK-(Kraft-Wärme-Kopplung)-Anlage dient der gleichzeitigen Erzeugung von Strom und Wärme. Bisher bezog der Verarbeitungsbetrieb den benötigten Strom ausschließlich aus dem öffentlichen Netz. 2014 lag der Stromverbrauch der Anlage bei ca. 3 Mio. kWh. Mit dem hocheffizienten BHKW kann zukünftig 70 % des benötigten Stroms selbst erzeugt werden. Die erzeugte Wärme wird vollständig im Verarbeitungsbetrieb genutzt.

Der Nachweis der Hocheffizienz des Herstellers ETW Energietechnik GmbH bestätigt dem eingesetzten BHKW eine Gesamtenergieeinsparung von 29,3 % gegenüber konventioneller Strom- und Wärmeerzeugung. Da geringere Brennstoffmengen verbraucht werden, fallen auch weniger klimaschädliche CO2-Emissionen an.

Für den Zweckverband bedeutet das neue BHKW damit auch eine erhebliche finanzielle Einsparung. Der Verarbeitungsbetrieb benötigt nur noch ca. 900.000 kWh Strom im Jahr zur Deckung der Lastspitzen und kann zukünftig sogar bis zu 500.000 kWh/a ins öffentliche Netz einspeisen. Das BHKW amortisiert sich auf Grundlage des aktuellen Kraft-Wärme-Kopplungs-Gesetztes (KWKG) innerhalb der ersten vier Jahre.

Glücklich sind alle Beteiligten über die rasche Umsetzung des Projektes noch im laufenden Jahr. Die Bundesregierung wird im Dezember über eine Neufassung des KWKG beschließen und damit die Förderung dieser hocheffizienten Technologie ab 1. Januar 2016 weiter beschneiden.

Das neue Blockheizkraftwerk trägt gleichzeitig zum Ziel derKlimaallianz Bamberg bei, Energieautarkie im Strom- und Wärmebereich bis 2035zu erreichen. Der aktuelle Anteil erneuerbarer Energie im Strombereich liegt bei 34,94 % in der Klimaallianz Bamberg und bei 55,35% im Landkreis Bamberg.

Das Ziel der Energieautarkie im Strombereichwird der Landkreis Bamberg voraussichtlich schon im Jahr 2020 erreichen. Aber neben der Stromwende bedarf es auch noch der Wärmewende, denn auf diesen Bereich entfallen 50 % des Gesamtenergieverbrauchs.Daher hat die Klimaallianz unter Federführung des Landkreises Bamberg einen Energienutzungsplan (ENP)für das Gebiet der Stadt und des gesamten Landkreis Bamberg in Auftrag gegeben, um im Rahmen eines Wärmekatasters Handlungsmöglichkeiten zu entwickeln. Der ENP soll durch die ermittelten Handlungsfelder energieeffiziente Techniken und den Einsatz erneuerbarer Energien ermöglichen.

Landrat Johann Kalb freut sich, dass sich das neue Blockheizkraftwerk zusätzlich auch positiv auf die Energiebilanz des Landkreises auswirkt: „Die Energieeffizienz des Betriebes erhöht sich deutlich und gleichzeitig fördert der Zweckverband mit der neuen KWK-Anlage die dezentrale Energieerzeugung im Landkreis.“

Quelle: Landratsamt Bamberg – Presse-/Öffentlichkeitsarbeit

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