Energiewechsel

Bayerische Krankenhausgesellschaft: Gemeinsamkeit statt Gezänk

Pressemeldung vom 14. Dezember 2015, 15:22 Uhr

Bayerns Kliniken wollen die Chancen der Krankenhausreform nutzen

Bei der Mitgliederversammlung der Bayerischen Krankenhausgesellschaft (BKG) rief der Vorsitzende, Oberbürgermeister Franz Stumpf, die Partner im Gesundheitswesen zu mehr Gemeinsamkeit und weniger Egoismus auf.
Mit Blick auf die vor drei Wochen in Berlin beschlossene Krankenhausreform sagte Stumpf: „Die Reform kann ein Erfolg werden, wenn alle Beteiligten ihre Energie für Patientenorientierung und die Weiterentwicklung der Versorgung anstelle von Egoismen und Missgunst einsetzen.“

Die Krankenhausreform, die Anfang kommenden Jahres in Kraft treten wird, stand im Mittelpunkt der BKG-Jahresversammlung, zu der am Montag rd. 200 Vertreter aus Kliniken und dem gesamten Gesundheitswesen Bayerns zusammenkamen.
Stumpf zog ein verhalten positives Fazit der über ein Jahr lang kontrovers diskutierten Reform. Er erkannte an, dass die Reform „kein Spargesetz mehr ist und die finanziellen Rahmenbedingungen der Kliniken verbessert.“
Für ein endgültiges Urteil sei es aber noch zu früh, weil wesentliche Teile des Gesetzes von den Krankenhaus- und Krankenkassen-Spitzenverbänden ausgehandelt werden müssten.

Dafür ist laut Stumpf mehr Gemeinsamkeit erforderlich. Mit Blick auf die großen aktuellen Probleme wie Terror, Flüchtlingsströme und zunehmender Polarisierung in der Gesellschaft schlug er einen großen Bogen und mahnte:
„Wir sollten uns fragen, ob kleinkariertes Gezänk und Spiegelfechtereien angebracht sind.“

Scharf kritisierte er in diesem Zusammenhang die Äußerungen der Kassenärztlichen Vereinigung Bayerns (KVB) zu den Regeln zur ambulanten Notfallversorgung in der Krankenhausreform.
Der Vorwurf der KVB, die niedergelassenen Ärzte müssten künftig die Krankenhäuser subventionieren, hat laut Stumpf nichts mit der Realität zu tun. „Wenn man die Vergütung nach dem Schweregrad der Fälle differenzieren will“ sei das ein überfälliger Schritt hin zu mehr Gerechtigkeit.

BKG-Geschäftsführer Siegfried Hasenbein warb für eine selbstbewusste und offensive Rolle der Kliniken in der Diskussion um die Qualität.
„Wenn die Qualitätsvorschriften im Gesetz methodisch sauber und objektiv erarbeitet werden, haben die bayerischen Kliniken nichts zu befürchten. Deshalb werden wir aktiv an einer sachgerechten Ausgestaltung mitwirken“ kündigte er an.

Stumpf und Hasenbein sprachen auch Hochachtung und ihren Dank an die Mitarbeiter in den Kliniken aus, die sich in den letzten Monaten über ihre Dienstpflicht hinaus in vielen ehrenamtlichen Initiativen „mit ihrer Kompetenz und viel Empathie“ für die medizinische Versorgung der Asylbewerber engagiert haben.

Quelle: Bayerische Krankenhausgesellschaft

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