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Berg: Wir in Berg! – Leben und leben lassen

Pressemeldung vom 27. Februar 2012, 09:17 Uhr

Sanierung und Nutzung des Pfarrstadels Gnadenberg – vergeudetes Geld oder
selbstverständlicher Erhalt unseres geschichtlichen Erbes?

zwischen „Reißt des alte Zeug ab!“ und „Endlich eine greifbare Perspektive
für das imposante Gebäude!“ habe ich alles Mögliche gehört zur Thematik
„Pfarrstadel Gnadenberg“.

Der Klosterstadel ist Teil des ehemaligen Birgittenklosters Gnadenberg –
1426 gegründet und während des 30-jährigen Krieges im Jahr 1635 von
schwedischen Truppen in Brand gesetzt und zerstört. Die Klosterruine sowie
die Kirche St. Birgitta mit dem Klosterstadel sind zweifellos unser
wichtigstes geschichtliches Erbe und das ist Verpflichtung und Chance
zugleich – mitnichten unangenehme Last.

Beschreibung: Klosterstadl SeptBayern ist gemäß Art. 3 der Landesverfassung
ein Kulturstaat und demgemäß hegen, pflegen, erhalten und nutzen wir unsere
vielfältigen Kulturgüter in jeder Gemeinde. Eigentümer der Klosterscheune in
Gnadenberg sind zu zwei Drittel die Kirchenstiftung Gnadenberg und zu einem
Drittel die Gemeinde Berg. Nicht nur vor diesem Hintergrund betrachten wir
die Aufgabe als Gemeinschaftsprojekt zwischen Kirche und Gemeinde. Nach
Jahrhunderten gibt es jetzt erstmals und möglicherweise einmalig die Chance
einer umfassenden Sanierung des Gebäudes mit anschließender musealer
Nutzung.

Die Kirchenstiftung Gnadenberg, Gemeinde Berg, Diözese Eichstätt, Bezirk
Oberpfalz, Landkreis Neumarkt, Europäische Union/Leader, Freistaat Bayern
und die Deutsche Stiftung Denkmalschutz wollen gemeinsam die beachtliche
Summe von 1,531 Millionen Euro aufbringen, um das große Projekt in den
nächsten Jahren zu schultern.

Die Gemeinde Berg hat gemäß dem Finanzierungskonzept stolze 356.500,- Euro
zu finanzieren – Steuergelder!

Der Gemeinderat hat die Thematik intensiv diskutiert und einstimmig
beschlossen, diese Summe zum Gelingen der Aufgabe in den Gemeindehaushalten
der nächsten Jahre bereit zu stellen.

Ich bin der klaren Überzeugung, dass das Museumsprojekt Klosterstadel
richtig, wichtig und gut ist. Unsere Generation hat jetzt die einmalige
Chance, in Gnadenberg der übertragenen Verantwortung gerecht zu werden.

Es wäre unverantwortlich, die möglichen Hilfen auszuschlagen und die
Jahrhundertchance entgleiten zu lassen.

Unser geschichtliches Erbe, die Kirchen, Denkmäler, Bauwerke,
Naturschutzgebiete usw. werden durch die Zeiten immer wieder enorme Gelder
erfordern, um sie zu sichern und kommenden Generationen weiterzureichen. Wie
arm wären – bei hohem Lebensstandard – unser Land und unsere Gemeinde ohne
das vielfältige historische Erbe?

Die Aufgabe Klosterstadel wird in der faktischen Finanzierung, in der
baulichen Umsetzung und später im Betrieb noch schwierig genug und so
manches Hindernis wird zu überwinden sein.

Auch beim Projekt „Heimat- und Mühlenmuseum Klostermühle“ gab es anfangs
viele Zweifler und Bedenkenträger. Gleichwohl ist es ein großartiges
Vorzeigeprojekt geworden – weil von der Gemeinde bis zur Europäischen Union
viele mitgeholfen haben und ein beispielgebendes bürgerschaftliches
Engagement eine Idee zur Umsetzung geführt hat.

Diesen Geist brauchen wir jetzt auch für die Klosterscheune und gelingen
kann das nur in einem guten Miteinander zwischen politischer Gemeinde und
Kirchengemeinde vor Ort. In einem ersten Schritt ist es von großer
Wichtigkeit, das Projekt nicht als ärgerliche Last, sondern als Chance
positiv und optimistisch zu kommunizieren.

Der Klosterstadel Gnadenberg soll und kann ein weiteres Markenzeichen der
Gemeinde Berg werden!

Geschichte ist nicht nur vergangene, versunkene Zeit – sie wirkt in die
Gegenwart und durchaus auch in die Zukunft!

Quelle: Helmut J. Himmler / Berg bei Neumarkt in der Oberpfalz

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