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Buttenwiesen: Ritualbad und Kunstausstellung in Buttenwiesen sind Besuchermagneten

Pressemeldung vom 13. September 2011, 15:58 Uhr

Zwei Kulturangebote lockten am vergangenen Sonntag zahlreiche Besucher nach Buttenwiesen, die das ehemalige jüdische Ritualbad (Mikwe) und eine Kunstausstellung mit Bildern von Helga Lorenz im Rathaus besichtigen konnten.

„Die Buttenwiesener Mikwe ist ein einzigartiges Gebäude mit großer kulturgeschichtlicher Bedeutung“, erklärte Gemeindearchivar Dr. Johannes Mordstein den interessierten Zuhörern. Das Badhaus diente nicht der körperlichen, sondern der rituellen Reinigung. In den jüdischen Religionsgesetzen war genau vorgeschrieben, zu welchen Anlässen gläubige Juden sich rituellen Waschungen unterziehen mussten, so etwa bei bestimmten Krankheiten, nach der Menstruation und der Geburt eines Kindes.

Gisela Mahnkopf, Kreisheimatpflegerin für Früh- und Vorgeschichte im Landkreis Augsburg und Leiterin der archäologischen Ausgrabungen, erläuterte die Besonderheiten der Buttenwiesener Mikwe: Im Gegensatz zu den meisten Ritualbädern in Deutschland wurden die Tauchbecken des Ritualbads in Buttenwiesen nicht von Grundwasser gespeist, sondern es wurde Regenwasser eingeleitet. Dieses konnte über einen Ofen erwärmt werden. Über einen Ausfluss konnten die Tauchbecken geleert, gereinigt und anschließend mit frischem Wasser wieder gefüllt werden. In Grundwasser-Mikwen waren dagegen weder eine Erwärmung noch eine Reinigung möglich. Das Buttenwiesener Ritualbad bot somit seinen Benutzern einen deutlich höheren Komfort und verringerte die Gefahr der Ansteckung mit gefährlichen Krankheiten.

Viele Besucher nutzten im Anschluss die Gelegenheit, sich von Heimathistoriker Franz X. Neuner die Geschichte des jüdischen Friedhofs erklären zu lassen. Der 1632 angelegte Friedhof befindet sich in unmittelbarer Nähe zum Ritualbad und zur Synagoge. Dass die drei zentralen Einrichtungen einer jüdischen Gemeinde dicht nebeneinander liegen, ist eine weitere Besonderheit von Buttenwiesen.

Nur wenige Meter davon entfernt hatte sich das Rathaus in eine Kunsthalle verwandelt. Unter dem Motto „Meine Leidenschaft“ präsentierte die Buttenwiesener Künstlerin Helga Lorenz, geb. Dümig, eine Auswahl ihrer Werke. Die Besucher konnten sich auf einen stimmungsvolle Kunst-Wanderung durch das Donauried und das Zusamtal begeben und dabei einen alten Bauernhof, Pferde auf der Koppel sowie Kirchen und Kapellen bewundern. Auch ein künstlerischer Ausflug auf die Inselgruppe der Antillen war möglich. Einige gekonnt von Helga Lorenz gemalte Blumen lassen das Buttenwiesener Rathaus derzeit in sommerlicher Buntheit erstrahlen.

Quelle: Gemeinde Buttenwiesen

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