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Coburg: „Dinge, für die es sich lohnt kompromisslos einzustehen“

Pressemeldung vom 20. Mai 2015, 12:07 Uhr

„Dinge, für die es sich lohnt kompromisslos einzustehen“, das ist ein Zitat von Dietrich Bonhoeffer, der kurz vor der Befreiung des Konzentrationslagers Flossenbürg sein Leben ließ. Gleichzeitig war es auch das Thema der diesjährigen internationalen Jugendbegegnung, die vom 8.-11. April in Flossenbürg stattfand. Organisiert von der Kommunalen Jugendarbeit, dem Stadtjugendring, der Evangelischen Jugend und dem BDKJ, nahmen 22 Jugendliche der Coburger Gymnasien Alexandrinum, Casimiranum und Albertinum an der Jugendbegegnung teil.
Über 400 junge Menschen aus Belgien, Israel und den unterschiedlichsten Städten Deutschlands tauschten sich in diesen Tagen in verschiedenen Diskussionsrunden und Workshops über das Regime im III. Reich und die Widerstandsbewegungen aus und informierten sich über die heutige Szene der Rechtsextremen.
Im Fokus stand in diesem Jahr nicht nur die Frage, wie man mit dieser Vergangenheit umgehen sollte, sondern ganz besonders der 70. Todestag Dietrich Bonhoeffers, an den in seiner Todesnacht in einer feierlichen Andacht erinnert wurde. Die Jugendlichen erfuhren von seinem Leben in Haft und dabei wurde ihnen klar, dass Bonhoeffer während seiner mehrjährigen Gefangenschaft seinen von Anfang an gefestigten Glauben, mit Gottes Hilfe alles überstehen zu können, nicht verlor. Bonhoeffer setzte sich kompromisslos für den Glauben ein. So beschäftigten sich auch die Jugendlichen mit der Frage, wofür es sich für sie persönlich lohnt, kompromisslos einzustehen. Dazu zählten insbesondere Dinge wie Frieden, Nachhaltigkeit, Toleranz und Gerechtigkeit.

Einer der Höhepunkte des vielfältigen Programms war das Zeitzeugengespräch mit dem ehemaligen Insassen des KZs Flossenbürg, Jack Terry, der zuerst von seinem Leben erzählte und anschließend im Plenum Fragen beantwortete. Bemerkenswert fanden die Jugendlichen vor allem, dass Jack Terry trotz, oder wie er sagte, genau wegen seinen Erfahrungen so viel Lebensfreude ausstrahlte, wie alle deutlich spüren konnten.
Etwas ganz besonderes war für viele die Begegnung von arabischen und jüdischen Jugendlichen aus Israel im Workshop „Together forever“, der sich mit den Konflikten in ihrem Heimatland beschäftigte. In entspannter Atmosphäre tauschten sich alle Teilnehmer, egal welcher Herkunft oder Religion, über ihre Heimat aus und hatten dabei auf Anhieb viel Freunde an der Begegnung.
Dieses Erlebnis brachte viele Jugendliche der Coburger Gruppe zu der Erkenntnis, dass genau das etwas ist, wofür es sich lohnt, kompromisslos einzustehen: Das friedliche Miteinander aller Nationen.

Quelle: Stadt Coburg

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