Energiewechsel

Coburg: Kritik an den Falschen

Pressemeldung vom 20. Juni 2012, 09:37 Uhr

Die von Hans-Herbert Hartan auf der Hauptversammlung des CSU Ortsverbandes Coburg Mitte geäußerte Kritik am Personal der Stadtverwaltung, kann ich als Personalratsvorsitzender nicht nachvollziehen und auch nicht unwidersprochen so stehen lassen.

Seit Beginn der Spardiskussionen, taucht regelmäßig das Argument auf, der Personalstand in der Stadtverwaltung wäre „viel zu hoch“. Leider konnte bisher keiner belegen, für welche Bereiche dies gelten soll. Erst vor gar nicht langer Zeit, bestätigte uns der unabhängige Bayerische Kommunale Prüfungsverband, dass wir, vor dem Hintergrund der Aufgabenfülle, personell völlig im grünen Bereich angesiedelt sind – das Gutachten liegt allen Coburger Stadträten vor.

Pauschale, oftmals unrichtige Aussagen und unbegründete Kritik an den Mitarbeitern, führt innerhalb des „Unternehmens Stadt“ seit Monaten zu Unsicherheit, Unzufriedenheit und mangelndem Vertrauen in die politischen Entscheidungsträger.

Mit unserer derzeitigen Stellenanzahl von knapp 750, bewegen wir uns auf dem Niveau von 1979! Und das bei einer deutlich höheren Aufgabenanzahl und einer stetig steigenden Komplexität und Aufgabenverdichtung innerhalb der Verwaltungstätigkeit.

Selbst das neuste Spargutachten, das der Coburger Stadtrat in Auftrag gegeben hat, kommt zu dem Schluss, dass sicherlich an der ein oder anderen Stelle Personal gespart werden kann. BEVOR dies allerdings geschehen kann, muss die Politik entscheiden, wo und in welchem Umfang Leistungskürzungen durchzuführen sind. Auf dem jetzigen Niveau, mit den von der Stadt Coburg gebotenen hohen Standards und mit den zur Zeit relevanten freiwilligen Leistungen, ist der Personalstand angemessen und nötig.

Die Entscheidung über ein Zurückfahren von Standards oder die Kürzung beziehungsweise Streichung von Leistungen kann – nein DARF – weder die Verwaltung, noch der Oberbürgermeister im Alleingang treffen. Dieses Recht ist ausschließlich dem Stadtrat vorbehalten.

Als gewählter Vertreter der Beschäftigten der Stadt Coburg, kann ich Ihnen hier und jetzt die Zusage geben, konstruktiv an den Sparbemühungen teilzunehmen. Die Entscheidungen im Vorfeld, kann dem Stadtrat aber niemand abnehmen, denn es ist seine ureigenste Aufgabe die Marschrichtung der Verwaltung vorzugeben. Früher hieß es einmal, das größte Kapital eines Arbeitgebers, sind seine motivierten und zufriedenen Arbeitnehmer. Es wäre schön, wenn bei all den anstehenden Entscheidungsprozessen und zukünftigen öffentlichen Äußerungen, dieser Satz die Maxime des Handels werden würde.

Quelle: Stadt Coburg

Share on Facebook Share on Google+

 Hinweis