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Dachau: BRK-Neujahrsempfang steht im Zeichen der Arbeit mit Kindern aus Flüchtlingsfamilien

Pressemeldung vom 23. Januar 2017, 13:28 Uhr

Der diesjährige Neujahrsempfang für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den BRK-Kindertagesstätten stand ganz unter dem Zeichen der Arbeit mit Kindern von Flüchtlingsfamilien. Rund 120 Erzieherinnen, Erzieher und Kinderpflegerinnen waren in den Rotkreuzsaal in Dachau gekommen, um gemeinsam das neue Jahr zu begrüßen, aber auch um über die bevorstehenden Aufgaben und Herausforderungen in der Pädagogik zu sprechen. Der BRK-Kreisgeschäftsführer Paul Polyfka betonte in seiner Begrüßung: „Der Empfang ist Jahresauftakt, Wertschätzung und gleichzeitig fachlicher Impuls.“ Paul Polyfka betonte, wie wichtig es in der heutigen Zeit sei, Kinder in einem klaren Wertesystem zu begleiten und zu erziehen. Der BRK-Kreisvorsitzende Bernhard Seidenath schloss sich Polyfkas Worten an: „Ein Wertesystem wird täglich innerhalb der BRK-Kitas umgesetzt, allein schon weil sie sich innerhalb der sieben Rotkreuzgrundsätze bewegen. Der Grundsatz der ‚Menschlichkeit‘ steht dabei all unserem Handeln voran.“ Den fachlichen Impuls setzte Andrea Hendrich, Familientherapeutin, Autorin und Dozentin an der Caritas Don Bosco Fachakademie in München, mit einem Vortrag über „Kita-Alltag von Kindern und Familien mit Fluchterfahrung“. Der Fachvortrag wurde mit großer Begeisterung aufgenommen. Kathrin Ferland, Leiterin des neuen Kinderhauses „Schatzinsel“ in Karlsfeld, bestätigte, dass die Inhalte der Arbeitsrealität in den Kindertagesstätten entsprächen. So werden im achtgruppen Kinderhaus an der Röntgenstraße Kinder aus 20 Nationen betreut. „Wir haben Kinder, die nichts Anderes kennen als die Flucht. Diese Kinder haben ganz andere familiäre Beziehungen als deutsche Kinder“, so die Kita-Leiterin. Beispielsweise sei ein Mädchen mit der großen Schwester ganz allein aus dem Irak geflohen. Das Mädchen wartet darauf, dass die Mama und der Onkel endlich nach Deutschland nachkommen. Auf solche Kinder, die meist auch traumatisiert sind, gelte es besonders einzugehen. „Man muss ihren kulturellen Hintergrund berücksichtigen und eine neue Wertigkeit finden“, so Ferland. Allein schon aus diesem Grund sei sie froh, dass sie sich in der Kita auf ein gewachsenes Team an Betreuerinnen verlassen könne. Die Leiterin der Fachberatung der BRK-Kindertagesstätten Ursula Singer-Parzefall bestätigte: „Die Referentin hat uns aus der Seele gesprochen. Der gestiegene Flüchtlingsanteil in unseren Kita-Gruppen erfordert eine kultursensible Pädagogik.“ Der BRK Kreisverband Dachau betreibt und betreut im Landkreis zehn Häuser für über 1.000 Kinder mit rund 170 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern.

Quelle: Stadt Dachau

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