Energiewechsel

EDTION ALLGÄU: Spannende Zukunft

Pressemeldung vom 18. Mai 2015, 14:02 Uhr

Seit vielen Jahren spielen die Eglofser im Stillen Winkel Theater. Sie haben Erfahrung darin, ein Publikum in ihren Bann zu schlagen. Und doch bringen die „Schatten der Nacht“ viel Neues für die Spieler. Das Stück ist nicht wie gewohnt in der Vergangenheit angesiedelt, sondern in einer fernen Zukunft. Es sei, sagt einer der Darsteller, „mit Abstand das spannendste, tiefstgründige Stück, das wir bisher gespielt haben“.

Er wird es wissen. Denn Uli Herkle spielt seit 1993 mit im Eglofser Theater. Mal gab er einen strafversetzten Landjäger, mal den Pfarrer, wie etwa vor zwei Jahren in „Schwerter am Himmel“. In „Schatten der Nacht“ lebt er als Hans im Museumsdorf, zu dem Eglofs degradiert wurde und nervt mit irren Kommentaren seine Mitbewohner.Eine Figur voll widersprüchlicher Befindlichkeiten – dem Sohn gegenüber gleichzeitig skeptisch und doch zugeneigt, in anderen Szenen zugleich ängstlich undrebellisch. „Für mich als Laienschauspieler ist das eine neue Ebene“, sagt Uli Herkle. Und ist mit Enthusiasmus eingetaucht in seine Rolle.

Die Theater-Truppe fand sich schnell wieder zu einer eingeschworenen Gemeinschaft zusammen.Sie wird geführt von Regisseur Günther Hannes Hauptkorn, der 2013 schon die erfolgreichen „Schwerter am Himmel“ inszenierte. Sämtliche Vorstellungen waren ausverkauft. Ottmar Jörg gehört zur Schauspiel-Truppe, seit er vor ein paar Jahren für einen anderen Darsteller eingesprungen ist. Das Eglofser Theater hat ihn nicht wieder losgelassen. Dieses Mal spielt er den stromlinienförmigen Bürgermeister der Eglofser. „Eine Traumrolle“, findet er, vielfältig in ihren Stimmungen von „himmelhochjauchzend bis zu Tode betrübt.“ Eine Rolle, die ihn fordert,und seinen Ehrgeiz angestachelt hat. Zukunftstheater, sagt Ottmar Jörg,seietwas völlig Neues. „Das macht im Umkreis von 100 Kilometern keiner.“
Die „Schatten der Nacht“ malen die Zukunft düster: totalitär, voller Misstrauen, egoistisch, ohne Mitgefühl. Die Menschen werden vom Computer manipuliert. Cybergehört als Mitglied des Kontrollrats zu den Protagonisten dieser Welt. Eine kalte Frau. Eine solche Figur hat Anneliese Bischofberger noch nie verkörpert, obwohl sie zum festen Spielerstamm in Eglofs gehört, seit sie vor vielen Jahren in einer Statistenrolle ihre Leidenschaft fürs Theaterspiel entdeckte. „Es ist nicht wie im Film, wo man Spannung durch Musik erzeugen kann. Wir müssen auf der Bühne alles selber machen“, erzählt sie. Im Stück piesackt sie ihren Kontrollratskollegen Gordi, wann immer sie kann. Gebhard Maurus spielt den Gordi. Dieser Gorditreibt ein doppeltes Spiel: „Ich spiele in diesem Theater meinen Mitspielern Theater vor“, sagt sein Darsteller. Und er verrät: „Für die Zuschauer wird es sehr spannend, wie es ausgeht.“
Am Lauf der Dinge hat die Jugend aus dem Museumsdorf großen Anteil. Franz Neubauer, Vera Ellgaß und Gerhard Singer übernehmen zum ersten Mal größere Parts im Eglofser Freilichtspiel. Franz findet seine Rolle als Maxi super. Seinen Text hat er sehr schnell gelernt, damit er sich aufs Spielen konzentrieren kann. Gerhard ließ sich von seiner Mutter für seinen ersten Theaterauftritt als Maxis Freund begeistern. Er mag es, „was anderes zu spielen als man ist“. Vera freut sich drauf, oft auf der Bühne zu stehen. Die letzten beiden Male hatte sie nur kleine Auftritte. Die Figur der Micki ist ein Typ ganz nach ihrem Geschmack: „frei, gut drauf und furchtlos.“ Theater spielt sie mit Begeisterung. „Es ist etwas Besonderes, weil es in Eglofs Tradition hat.“Gemeinsam arbeiten rund 40 Darsteller am gleichen Ziel: das Publikum zu fesseln und zu begeistern.

Quelle: EDTION ALLGÄU

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