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Erlangen-Höchstadt: Sicher vor Trickdiebstahl und Betrug für Senioren und Angehörige von Demenzkranken

Pressemeldung vom 9. Februar 2017, 13:59 Uhr

Kriminalhauptkommissar Wilfried Kunze arbeitet seit zehn Jahren im Bereich Prävention der Kriminalpolizei Nürnberg. Allein letztes Jahr hat er über 100 Vorträge gehalten, wie sich Bürger vor Gefahren und Betrug schützen können. Am Montag, 13. Februar 2017 zeigt er interessierten Senioren aus Stadt und Landkreis im Landratsamt Erlangen-Höchstadt, wie sie sich und ihre demenzkranken Angehörigen vor Betrug und Trickdiebstahl schützen können. Ein paar Tipps hat er unserer Redaktion vorab verraten.

ERH: Aus dem Nähkästchen geplaudert: Was erwartet die Teilnehmer bei Ihrem Seminar am 13. Februar im Landratsamt? Wilfried Kunze: Ich berichte über aktuelle Fälle von Trickdiebstählen und Betrügereien aus unserer Region und gebe Tipps, wie meine Zuhörer sich schützen können. Das betrifft auch Angehörige von Demenzkranken, die ihre Familienmitglieder in den eigenen vier Wänden betreuen.

ERH: Mit welcher Masche versuchen Betrüger und Trickdiebe derzeit ihre Opfer zu ködern?

Wilfried Kunze:. Die Art und Weise wie Trickdiebe versuchen in Wohnungen meist älterer Menschen zu gelangen, lässt sich prinzipiell in drei Kategorien unterteilen: Angebliche Notfälle, angebliche Amtspersonen, Handwerker oder ähnliches und der sogenannte Bekanntentrick. Betrüger versuchen derzeit an das Geld ihrer Opfer zu gelangen, indem sie vornehmlich Seniorinnen und Senioren anrufen und die Rufnummer 110 auf deren Display am Telefon anzeigen lassen. Dies ist leider technisch möglich. Die Anrufer sind jedoch niemals Polizisten der Einsatzzentrale sondern Straftäter! In meinem Vortrag berichte ich ausführlich darüber, wie diese dann versuchen, die potentiellen Opfer um ihr Erspartes zu bringen. Auch der sogenannte „Enkeltrick“, den ich persönlich lieber als „Verwandten/Bekanntentrick“ bezeichne, ist immer aktuell.

ERH: Warum suchen sich viele Gauner Senioren als potentielle Opfer aus?

Wilfried Kunze: Weil diese für die Gegenseite die geeignetsten Opfer sind. Darüber gibt es umfassende Studien. Beim „Enkeltrick“ beispielsweise suchen sich die Anrufer gezielt altklingende Vornamen heraus, um die Wahrscheinlichkeit zu erhöhen, eine Seniorin oder einen Senior am Telefon zu haben. Diese sind oftmals aufgeregt und reagieren nicht rationell, wenn sie tatsächlich glauben, dass eine nahestehende Person beispielsweise wegen eines Verkehrsunfalls dringend viel Geld benötigt.

ERH: Wassertrick, mal eben telefonieren oder auf Toilette müssen – Wie kann ich mich an der Haustür schützen?

Wilfried Kunze: Kurz gesagt: Fremde nicht sofort in die Wohnung lassen. In Ruhe abklären, ob die „Geschichte“ stimmt, die ein Fremder an der Wohnungstür erzählt, um hereingelassen zu werden. Vor allem aber rate ich dazu, an „gesicherten“ Wohnungstüren mit Fremden zu kommunizieren. Ich meine damit, die Tür mit einer Kette oder einem sogenannten Kastenzusatzschloss gesichert, nur einen Spalt zu öffnen. So kann ein Fremder nicht sofort ungewollt in die Wohnung kommen. Für Angehörige von Demenzkranken, die ihre kranken Familienmitglieder oft nur kurz alleine zu Hause in der Wohnung lassen und für Demenzkranke im Anfangsstadium, die noch in der eigenen Wohnung leben, gebe ich in meinem Vortrag noch zusätzliche Tipps gegen Diebe und Betrüger, wie beispielsweise den Hinweis auf Telefone mit Anrufsperren. ERH: Und wenn doch einmal etwas passiert ist?

Wilfried Kunze: Sofort unter der Notrufnummer 110 die Einsatzzentrale der Polizei verständigen. Wenn Sie von sich aus den Notruf 110 anwählen, haben Sie natürlich meine Kollegen am anderen Apparat. ERH: Welchen Tipp können Sie vorab noch verraten?

Wilfried Kunze: Speichern Sie – wenn dies technisch möglich ist – die Rufnummer Ihrer zuständigen Polizeidienststelle in ihren Festnetzapparat daheim ein. So müssen Sie nur noch die entsprechende Taste für eine Verbindung zur Polizei drücken. Sehr oft schon haben mir Seniorinnen und Senioren erzählt, dass sie in der Aufregung die Nummer ihrer Polizeidienststelle nicht wussten oder sich nicht erinnern konnten, wo sie diese notiert hatten.

„Sicher vor Trickdiebstahl und Betrug für Senioren und Angehörige von Demenzkranken Montag, 13. Februar 2017, 15 Uhr Landratsamt Erlangen-Höchstadt, Sitzungssaal, 2. OG Marktplatz 6 91054 Erlangen Eintritt frei. Um Anmeldung bei Anna Maria Preller, Seniorenbeauftragte des Landkreises, wird gebeten. Telefonnummer 09131/803-277, E-Mail: anna.maria.preller@erlangen-hoechstadt.de

Quelle: Landratsamt Erlangen-Höchstadt

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