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Karlstadt: Papiermühle Homburg startet in 20. Museumsaison

Pressemeldung vom 28. April 2017, 12:29 Uhr

Dazu haben sich der Leiter Johannes Follmer und sein Team einiges einfallen lassen. Unter anderem kann bis Mitte Juli die Ausstellung „DADA ist 100“ besichtigt werden. Im Garten vor der Mühle werden die Besucher seit kurzem von einer botanischen Besonderheit empfangen. Mit seinen beiden jungen Söhnen Anton und Valentin, also möglicherweise den beiden Homburger Papiermachern der kommenden Generation, hat Follmer einen Papiermaulbeerbaum aus dem botanischen Garten in Tübingen geholt. Der Baum, der im April und Mai blüht und bis zu 20 Metern Höhe wachsen kann, ist in Asien verbreitet. In Mitteleuropa ist er als Ziergewächse bekannt. Man nennt ihn auch japanischen Papierbaum, da die Faserschicht unter der Rinde in Asien bevorzugt zur Papierherstellung herangezogen wurde. Das Holz des Baums eignet sich zur Herstellung von Möbeln, seinen Blättern und Früchten werden medizinische Wirkungen zugeschrieben. Botanisch ist der Papiermaulbeerbaum gemischtgeschlechtlich. „Wir haben hier für Homburg ein Männchen bekommen“, schmunzelt Vollmer. Da er den Aufbau eines Fasergartens an der Papiermühle zu Demonstrationszwecken im Auge hat, meint der Papiermacher mit Blick auf die Zukunft: „Nun sucht halt das Männchen noch nach einem passenden Weibchen!“

Neben der Botanik steht aber auch die Papierkunst im Blickpunkt der Jubiläumssaison 2017. Bis zum 16. Juli ist die Ausstellung „DADA ist 100“ im Homburger Industriedenkmal zu sehen. Im vergangenen Jahr feierte man den 100. Geburtstag der künstlerischen und literarischen Bewegung des Dadaismus. Wichtige Medien dieser Revolte gegen die Kunst durch die Kunst waren Druck und Collage, Papier und Typographie. Der Drucker und Grafiker Marc Berger aus dem brandenburgischen Gransee forderte mehr als 50 typografisch arbeitende Pressendrucker aus europäischen Ländern und den USA zu einem Gemeinschaftsprojekt auf. Zum Jubiläum des Dadaismus sollte ein unorthodoxer Lobpreis auf dessen Verständnis von Kunst, Welt und Kunstwelt aus Lautgedichten, Schriftplakaten und Collagen entstehen. Die dabei entstandene Wanderausstellung präsentiert mehr als 100 künstlerische Druckgrafiken vom freien typografischen Speil bis zur dadaesken Auseinandersetzung mit der Aktualität.

Die Homburger Papiermühle wird noch mit weiteren Aktivitäten an die Öffentlichkeit herantreten. So gibt es am Pfingstmontag, 5. Juni, am Deutschen Mühlentag Gratisführungen durch das Museum. Im Rahmen der Sommerakademie Homburg am Main vom 12. bis zum 19. August finden kreative Workshops und Papierschöpfkurse statt. Im September rückt eine Fachtagung des Deutschen Arbeitskreises für Papiergeschichte das Thema Buntpapier bei einer Exkursion nach Homburg in den Mittelpunkt. Zu diesem Zeitpunkt soll es in der Papiermühle auch ein entsprechendes Kursangebot geben. Museumsleiter Johannes Follmer begibt sich mit seiner Schöpfbütte auch wieder auf Tour. Hamburg, Wunsiedel, Kirchberg an der Jagst, Mainz, Weimar und Würzburg sind im Jahr 2017 dabei die Stationen.

Das Museum Papiermühle Homburg ist ab 1. Mai bis zum 31. Oktober täglich außer montags geöffnet: dienstags bis freitags von 10 bis 12 Uhr und von 14 bis 16 Uhr, an Wochenenden und Feiertagen von 10 bis 12 Uhr und von 14 bis 17 Uhr. Jeden 1. Sonntag im Monat wird um 14.30 Uhr eine offene Führung angeboten. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Führungen, Papierschöpfen und Maschinenvorführungen sind nach Voranmeldung (auch außerhalb der Saison von November bis April) möglich.

Quelle: Landratsamt Main-Spessart

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