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Kollnburg: Die Kollnburg – ein Wahrzeichen mit wechselvoller Geschichte

Pressemeldung vom 9. Februar 2010, 12:14 Uhr

Zwischen Riedbachtal und Aitnachtal liegt in 655 Metern Höhe auf einem Ausläufer des
Hirschensteins der staatlich anerkannte Erholungsort Kollnburg. Prägend für sein Ortsbild ist die
Burgruine mit ihrem Rundturm und ihrem 20 Meter tiefen Burgbrunnen.
Vom alles überragenden Burgturm, dem „Luginsland“, aus hat man nicht nur über das gesamte
Dorf und die umliegenden Täler und Berge eine faszinierende Aussicht, sondern man kann
seinen Blick bis hin zu den fernsten Anhöhen des Bayerischen und des Böhmerwaldes schweifen
lassen; seit kurzem liefern Panoramatafeln auch die notwendigen Informationen dazu.
Andererseits ist dieses auf einem durch vulkanische Kräfte entstandenen „Kahlen Berg“ errichtete
markante Wahrzeichen des Burgdorfs selbst von weit her sichtbar, und das nicht nur tagsüber,
sondern vor allem auch nachts, wenn der beleuchtete Turm die Dunkelheit durchbricht.
Die Burg, die vermutlich dem Ort seinen Namen gegeben hat und sich in Form eines Turms im
Gemeindewappen wiederfindet, ist das ganz persönliche Bayerwald-Wunder von Bürgermeisterin
Josefa Schmid.
Schon Landrat Heinz Wölfl zeigte sich von der herrlichen Aussicht beeindruckt, und Bischof
Manfred Müller bezeichnete die Pfarrei Kollnburg sogar als die schönstgelegene Kirche in seinem
ganzen Bistum.
Die erste urkundliche Erwähnung von Kollnburg stammt aus dem Jahre 1153. Bedingt durch die
Lage am „Baierweg“, dem als Handelsstraße von der Donau herauf bis ins Böhmische schon zur
Zeit der Völkerwanderung eine große Bedeutung zugekommen ist, dürfte die Besiedelung und
Gründung des Ortes allerdings schon wesentlich früher stattgefunden haben und könnte sogar
bis in die frühkarolingische Zeit (ca. Ende des 7. – Mitte des 8. Jahrhunderts) zurückreichen. Weil
aber die Urkunden, die hierauf genauere Hinweise hätten geben können, bereits 1236 bei einem
Brand im Kloster Metten vernichtet wurden, sind genauere zeitliche Angaben bedauerlicherweise
nicht mehr möglich.
Von der Burg selbst wird angenommen, daß sie Anfang des 11. Jahrhunderts zum Schutz des
Handelswegs erbaut wurde, den man von ihr aus sehr gut überblicken konnte. Mehr als 200
Jahre war sie im Besitz der Kallenberger (auch Calmberger oder Kalmperger), eines
Ministerialengeschlechts der Grafen von Bogen und – wie es heißt – zugleich deren Schatzhüter.
Noch heute ranken sich zahlreiche Sagen um den legendären Schatz von Kollnburg, dessen
Suche bislang allerdings vergeblich verlief.
Nachdem mit Graf Albert IV. am 15. Januar 1242 der letzte aus dem Geschlecht der Grafen zu
Bogen gestorben war begann auch der Niedergang der Kallenberger und der allmähliche
Ausverkauf ihrer Güter. So ging Kollnburg schließlich 1363 auf die Nußberger über und erlebte
unter deren Herrschaft zunächst eine wahre Blütezeit. Schon damals bestand Kollnburg aus zwei
Häusern, dem „Oberen Schloß“ und dem „Unteren Schloß“ bzw. Alt- und Neu-Kollnburg. Die
Brüder Albrecht und Hans standen bei Herzog Albrecht von Bayern-Holland in hohem Ansehen
so wurde ihnen unter anderem das Marschallamt für Niederbayern und die Hofgerichtsbarkeit
zugesprochen. 1365 erbaute Albrecht der Nußberger bei seinem Schloß eine Kapelle und stiftete
eine Schloßkaplanei. Der Aufstieg Kollnburgs setzte sich auch unter Albrechts Sohn Konrad
(genannt „der Reiche“) noch fort.
Als sich aber 1466 Hanns von Nußberg dem Böckler-Bund anschloß und gemeinsam mit
anderen Rittern den Aufstand gegen den Landesherrn probte, wurde Kollnburg im Jahre 1468-69
von Albrecht IV. von Bayern während der Kampfhandlungen „geschliffen“ und fiel dann
vorübergehend den Wittelsbachern zu.
1493 wurde Kollnburg mit seinem inzwischen wieder aufgebauten Schloß verkauft, blieb jedoch
bei immer wieder wechselnden Besitzern noch bis 1806 ein Ritterlehen.
Auch der Dreißigjährige Krieg traf Kollnburg hart: zweimal wurde es von den Schweden zerstört
und noch heute erzählt man sich von den Schwedenlöchern.
Nach Jahrzehnten wiederholter Mißwirtschaft wurde die Burg im Jahre 1817 versteigert; das
gesamte Schloßgut wurde zertrümmert und das „Untere Schloß“ abgebrochen. 1830 wurden die
übriggebliebenen Reste an den bayerischen Staat verkauft. Als 1835 der Viechtacher Bierbrauer
Rockinger das kaum mehr bewohnbare Schloß erwarb ging es endgültig in bürgerlichen Besitz
über.
Seit 1885 befinden sich der Burgturm und der Burgbrunnen im Eigentum der Bayerischen
Waldvereins-Sektion Viechtach, die sich um den Erhalt der Anlage kümmert. 1890 und dann
nochmal 1912 wurde der „Luginsland“ wieder begehbar gemacht; seither gewährt er wieder einen
einzigartigen Fernblick über die Berge und Täler unserer Heimat. Das übrige Gelände befindet
sich heute im Privatbesitz der Familie Hauptmann, die dort neben ihrem Burggasthof auch ein
stilvoll eingerichtetes Gästehaus betreibt.
So kann der Besucher sich auch heute noch auf den Spuren der wechselvollen Geschichte der
„Kollnburg“ bewegen.

Quelle: Gemeinde Kollnburg

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