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Landkreises Unterallgäu: Das Kreuz mit dem Kreuz – Die Kleinigkeiten machen den Unterschied

Pressemeldung vom 4. Dezember 2015, 11:24 Uhr

Ottobeuren „Ich habe Rücken“. 80 % der Erwachsenen zwischen 25 und 74 Jahren kennen dieses Problem und auch 74 % der Kinder über 14 Jahre klagen bereits über Rückenbeschwerden. 18 % der Frühberentungen erfolgen aufgrund von chronischen Rückenschmerzen. Neben den Rückenschmerzen machen vielen Menschen auch Gelenk- und Muskelschmerzen das Leben schwer und können in vielen Fällen zu einer Einschränkung der Bewegung und der Lebensqualität führen.

Frau Dr. Tanja Sigl-Erkel, niedergelassene Fachärztin für Physikalische und Rehabilitative Medizin, Naturheilverfahren und Akupunktur in eigener Praxis an der Kreisklinik Ottobeuren sensibilisierte für die scheinbaren Kleinigkeiten des Alltags und gab praktische Tipps und Tricks, die helfen können Beschwerden zu lindern und vorzubeugen.
Die meisten Beschwerden am Bewegungsapparat sind auf Erkrankungen an den Gelenken oder an der Wirbelsäule zurückzuführen.
Die häufigste, die Gelenke betreffende Erkrankung, ist die Arthrose. Diese Verschleißerkrankung der Gelenkflächen betrifft jeden zweiten über 60-jährigen und führt in 80 % der Fälle zu Bewegungseinschränkungen. Darüber hinaus finden viele Beschwerden des Bewegungsapparats ihre Ursache in der Wirbelsäule. Die Wirbelsäule hat vielfältige und wichtige Aufgaben: sie stabilisiert die aufrechte Haltung und sorgt für die Bewegungen. Damit wird sie maximal beansprucht. Übersteigt die Beanspruchung der Wirbelsäule ihre Kapazität, können Rückenschmerzen die Folge sein. Dabei liegen die Hauptrisikofaktoren für eine Überbeanspruchung nicht nur bei physikalischen Faktoren, wie dem Körpergewicht, einer ungeeigneten Körperhaltung oder häufigem Heben und Ziehen – auch psychische Belastungen wie Stress, Unzufriedenheit am Arbeitsplatz, Angst oder Depression wirken sich auf das Schmerzerleben aus.

Gelenk- und Rückenschmerzen lassen sich am besten behandeln und vorbeugen, indem man auf eine gute Koordination achtet und den Erhalt und die Verbesserung von muskulärer Kraft, Funktion und Ausdauer fördert. Eine Rückenschule ist empfehlenswert. In dieser lernt man eine ganzheitliche Verhaltensänderung im häuslichen Alltag, im Beruf und in der Freizeit. Hierbei hilft besonders das Erlernen geeigneter ergonomischer Verhaltensweisen gesundheitliche Folgen und Schäden zu vermeiden.

Auch Sport ist ein wichtiger Faktor in der Vorbeugung und Behandlung von Gelenk- und Rückenschmerzen. Es empfiehlt sich, möglichst täglich in einer moderaten Intensität 30 Minuten lang zu trainieren. Dabei sollte die sportliche Bewegung vor allem Spaß machen.
Die gängigen Verfahren in der Naturheilkunde, wie der Heusack, die Schröpfmassage, die Akupunktur, das Kinesio-Tape oder Qi Gong, können ebenfalls helfen Beschwerden zu lindern.
Beschwerden an Rücken, Muskeln und Gelenken sind aber vor allem keine schicksalhaften Gegebenheiten, ermutigte Frau Dr. Sigl-Erkel. Allerdings ist Eigeninitiative gefordert, um die Grundregeln der Rückenschule, der Ergonomie, des Gelenkschutzes und der regelmäßigen Bewegung zu erlernen und somit Rücken- und Gelenkschmerzen nachhaltig vorzubeugen.

Quelle: Landkreises Unterallgäu

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