Energiewechsel

Main-Spessart: Alkoholkonsum und Jugendschutz im Fasching

Pressemeldung vom 8. Februar 2012, 16:05 Uhr

In diesen Tagen bestimmen erneut Fasching oder Fastnacht für kurze Zeit unser Leben. Rathäuser
sind erobert, Regeln werden außer Kraft gesetzt. Es wird möglich, in eine andere Rolle zu schlüpfen,
Freiheiten zu genießen oder auch einmal über die Stränge zu schlagen. Und auch Kinder und
Jugendliche wollen und sollen sich an diesen närrischen Tagen austoben und ihren Spaß haben.

Doch die Bestimmungen des Jugendschutzgesetzes gelten auch in der „närrischen Saison“.
Veranstalter und Vereine sowie Eltern tragen die Verantwortung dafür, dass diese Bestimmungen
auch an Fasching eingehalten werden und damit der Spaß auch an den „tollen Tagen“ ungetrübt
bleibt.

Der Gebrauch von Alkohol hat in unserer Kultur eine lange Geschichte, sowohl als Genuss- wie auch
als Suchtmittel. Die meisten Menschen konsumieren zumindest gelegentlich Alkohol. Besonders an
Fasching wird erfahrungsgemäß ausgiebig gefeiert und auch mehr Alkohol getrunken.

Die Grenzen des risikoarmen Konsums werden mit 12 g Reinalkohol täglich bei Frauen und 24 g bei
Männern heute medizinisch deutlich niedriger angesetzt als früher (zum Vergleich: 0,5 Liter Bier
enthalten ca. 20 g Alkohol, 0,25 l Wein ca. 25 g). Bei jungen Menschen gibt es keine vergleichbaren
Grenzen für den risikoarmen Konsum. Sie sind in der Regel weitaus gefährdeter als Erwachsene, um
so mehr, desto jünger sie sind – besonders gefährdet ist das ungeborene Leben. In Hinblick auf den
Alkoholkonsum besteht immer noch ein Spannungsverhältnis zwischen medizinischen Erkenntnissen
und dem derzeit sozial akzeptierten Alkoholkonsum.

In der öffentlichen Diskussion nimmt derzeit der Alkoholkonsum Jugendlicher einen hohen Stellenwert
ein. Ca. 20 % der Jugendlichen aus Bayern im Alter von 12 – 17 Jahren trinken regelmäßig, d.h.
mindestens einmal pro Woche, Alkohol. 18,5 % der Jugendlichen geben an, in den letzten 30 Tagen
mindestens einmal Rauschtrinken praktiziert zu haben. Wird aber Alkoholkonsum früh im Leben
begonnen und in gesundheitsriskanter Weise fortgeführt, steigt die Wahrscheinlichkeit für
alkoholbezogene Krankheiten und weitere alkoholbezogene Probleme.

Die Kommunale Jugendarbeit und das Staatliche Gesundheitsamt möchten deshalb darauf hinweisen,
dass Alkohol nicht in Kinderhände gehört. Der Jugendschutz erlaubt die Abgabe von Alkohol an
Jugendliche erst ab 16 Jahren, Branntwein und branntweinhaltige Getränke (z.B. Klopferli) dürfen erst
an Jugendliche ab 18 Jahren abgegeben werden.

Familienfreundlicher Faschingszug
Um einem unkontrollierten Konsum entgegen zu wirken, ist bei den Faschingsumzügen die Abgabe
„harter“ (branntweinhaltiger) Alkoholika durch die Zugteilnehmer untersagt. Eltern und allgemein alle
Erwachsenen sind aufgefordert, in dieser „närrischen Zeit“ mit besonderer Aufmerksamkeit dazu
beizutragen, dass Kinder und Jugendliche nicht zum Konsum alkoholischer Getränke entgegen
gesetzlicher Bestimmungen verleitet werden. Ältere Jugendliche sollten ebenfalls auf einen maßvollen
Umgang mit Alkohol achten, zumal sie die Vorbilder für die Jüngeren sind.

„Denken Sie daran, dass Sie als Veranstalter, Besucher oder Teilnehmer eines Faschingszuges von
vielen Kindern und Jugendlichen beobachtet und gesehen werden. Sie haben einen großen Anteil an
der Gestaltung des Faschingszuges. Betrachten Sie den Zug auch aus dem Blickwinkel unserer
Kinder“, erklärt die Kreisjugendpflegerin Andrea Schön.

Alle wichtigen Informationen zum Jugendschutzgesetz sind in der Broschüre „Fasching und
Jugendschutz“ und dem Flyer „Was darf ich?“ zusammengefasst.

Beide Flyer, sowie bei Bedarf natürlich auch weitere Beratung erhalten Interessierte unter der Tel.-Nr.
0 93 53 / 793 – 15 02, oder per Email bei Andrea.Schoen@Lramsp.de.

Quelle: Landkreis Main-Spessart

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