Energiewechsel

Main-Spessart: Ein energieautarker Landkreis als Zukunftsvision

Pressemeldung vom 26. Juni 2012, 10:27 Uhr

Im vergangenen Jahr hat der Landkreis Main-Spessart ein Klimaschutzkonzept in Auftrag gegeben. Ziel ist ein weitgehend energieautarker Landkreis, der seinen Energiebedarf selbst decken kann. Aus diesem Grund sollen zukünftig der Ausbau erneuerbarer Energien sowie effiziente Energiesparmaßnahmen stärker vorangetrieben werden. In einer Artikelserie über das neue Klimaschutzkonzept, das im Herbst dieses Jahres vorliegen soll, werden die unterschiedlichen Möglichkeiten auf diesem Gebiet näher betrachtet.

Zu Beginn dieser Reihe stellt Landrat Thomas Schiebel in einem Interview die verschiedenen Ansätze im Landkreis Main-Spessart vor.

Warum ist für den Landkreis Main-Spessart ein Energiekonzept vonnöten?

Der Landkreis Main-Spessart hat schon seit längerem erkannt, dass die Energieressourcen endlich sind. Wir möchten einen Beitrag zur Schonung der Ressourcen leisten, indem wir auf erneuerbare Energien umsteigen. Wir haben dafür im Landkreis gute Voraussetzungen. In der Vergangenheit hatten wir uns auf den nachwachsenden Rohstoff Holz konzentriert, was bei uns im Spessart ja nahe liegt. Aber auch was die Wasserkraft betrifft, sind bei uns die Voraussetzungen gut. Und seit Fukushima haben wir uns nun verstärkt auf die Windkraft konzentriert.

Welche Wünsche haben Sie, was die Ansiedlung von Anlagen zur Gewinnung erneuerbarer Energien betrifft?

Bei der Windkraft möchten wir „Wildwüchse“ vermeiden. Was Solarenergiegewinnung angeht, so wird die Analyse im Rahmen des Energie- und Klimaschutzkonzepts zeigen, wo es noch Potenziale gibt. Wir haben inzwischen schon große Freiflächen mit Fotovoltaik – und natürlich auch Privatinitiativen mit Solarkollektoren auf Dächern. Ich denke aber, dass die Energiegewinnung durch Windkraft diesen Bereich doch deutlich überragen wird.

Wie sollte sich Ihrer Meinung nach dieser Bereich im günstigsten Fall entwickeln und warum?

Ich denke, man sollte nicht versuchen, mit Gewalt möglichst viele Formen von regenerativer Energiegewinnung nutzen zu wollen. Die vorhandenen Ressourcen sollten im Einklang mit der Landschaft ausgeschöpft werden. Da lassen sich auch die größten Effekte erzielen. Dabei sollten möglichst viele regionale Akteure eingebunden werden: einerseits, um die Akzeptanz zu verstärken, andererseits, um die Wertschöpfung in der Region zu halten.

Nicht alle Menschen können sich die Anschaffung von Solarkollektoren auf ihren Dächern leisten. Was raten Sie in solchen Fällen?

Es gibt für jede Privatperson genug Möglichkeiten, im Bereich Einsparung von Energieverbrauch etwas zu tun. Sie haben da zum einen die effizientere Nutzung von Energiequellen und zum anderen die passive Energiegewinnung durch verbesserte Wärmedämmung am Haus. Es gibt viele Förderprogramme. Wir unterstützen solche Vorhaben im Landkreis durch unsere Energieberatung.

Und wo lässt sich noch Energie einsparen?

Der Landkreis sieht sich in der Verantwortung, mit positivem Beispiel voranzugehen. Das heißt beispielsweise, dass wir unsere Liegenschaften sukzessive auf regenerative Energien umstellen werden. Daneben werden wir die energetische Sanierung von Altbauten in den nächsten Jahren in Angriff nehmen: ob Schulbauten, der Bauhof oder Verwaltungsgebäude. In den nächsten fünf Jahren haben wir mit einem Kostenvolumen von gut 50 Millionen Euro die Generalsanierung der Schulen auf der Agenda stehen. Und wir haben ja im Kreistag den Beschluss gefasst, bis 2035 auf regenerative Energien umzustellen und energieautark zu werden.

Wie sieht Ihre Idee der Energiezukunft für den Landkreis aus?

Bis September werden wir erst einmal als Ausgangsbasis das Energie- und Klimaschutzkonzept ausarbeiten. Und wir werden in den nächsten Jahren immer dort dynamisch am Ball bleiben, wo es Möglichkeiten gibt, Energie noch effizienter oder neue Energiequellen zu nutzen. Was meine Sicht auf die Zukunft betrifft, so würde ich mir wünschen, dass uns die Umsetzung des Kreistagsbeschlusses mit einer hohen Akzeptanz in der Bevölkerung des Main-Spessart-Kreises gelingt.

Quelle: Landratsamt Main-Spessart

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