Energiewechsel

Main-Spessart: Grußwort des Landrates zu Weihnachten und zum Jahreswechsel 2016/17

Pressemeldung vom 15. Dezember 2016, 12:49 Uhr

Wenn wir auf das weltweite Geschehen im Jahr 2016 zurückblicken, dann müssen wir leider feststellen, dass die außen- und sicherheitspolitischen Ereignisse in ihren Auswirkungen so dramatisch wie seit Jahrzehnten nicht mehr waren: Wir sind immer noch weit davon entfernt, Frieden für Syrien, den Irak oder in Afghanistan zu erreichen und auch die Verhältnisse in weiten Teilen Afrikas veranlassen unzählige Menschen zur Flucht. Wir sind gefordert diesen Flüchtlingen Schutz und Aufnahme zu bieten und müssen gleichzeitig erleben, dass wir selbst zur Zielscheibe von Terrororganisationen werden. Gleichzeitig entfernt sich die Türkei immer weiter von den Grundfesten der Demokratie und mit dem Brexit und einem möglichen EU-Austritt Italiens erleben wir, dass der Zusammenhalt in Europa nicht selbstverständlich ist. Auch die Wahl Donald Trumps zum Präsidenten des mächtigsten Landes der Welt lässt aufhorchen.

Wir können nur feststellen: Es kommen schwierige und unruhige Zeiten auf uns zu. Manche sehen uns bereits im postfaktischen Zeitalter, in denen Zahlen und Fakten in den Hintergrund rücken und mit Emotionen Politik gemacht wird. Grund genug uns immer wieder bewusst zu machen, dass es unser aller Aufgabe ist, unsere Demokratie zu schützen und lebendig zu halten.

Das Fundament der Demokratie in Deutschland ist die Kommunalpolitik. Hier ist Demokratie für die Bürgerinnen und Bürger hautnah zu erleben und zu gestalten.

Im Kreistag hatten wir auch in diesem Jahr viele wegweisende und auch schwierige Entscheidungen zu treffen. Von besonderer Bedeutung für ganz Main-Spessart war die Standortentscheidung für das neu zu bauende zentrale Klinikum. Ein externes Gutachterteam hatte hier die verschiedenen Möglichkeiten eingehend untersucht und sich für ein Zentralklinikum in Lohr ausgesprochen. Der Kreistag hat sich dann mit großer Mehrheit dieser Einschätzung angeschlossen. Bis das neue Krankenhaus in Betrieb gehen kann, wird eine vordringliche Aufgabe darin bestehen, eine sinnvolle Nachnutzung für diese Standorte zu entwickeln.

Deutlich Druck wurde von einem Thema genommen, das noch ein Jahr zuvor die Gemüter erhitzt hatte: Die Suedlink-Trasse, die vermutlich auch durch unseren Landkreis führen wird. Nach heftigen Protesten aus der Bevölkerung wurde von den geplanten Überlandleitungen Abstand genommen. Nun wird vorrangig auf Erdverkabelung gesetzt. Die Sorgen und Ängste der Bürgerinnen und Bürger konnten damit nicht gänzlich ausgeräumt, aber doch deutlich verringert werden. Nichtsdestotrotz werden wir die nun erforderliche neue Planung des Trassenverlaufs intensiv begleiten und uns weiterhin vehement für die bestmögliche Lösung für unseren Landkreis einsetzen.

Auch wenn der Strom in einigen Jahren aus dem hohen Norden zu uns kommen soll, müssen wir auch bei uns vor Ort die Energiewende weiterhin konsequent vorantreiben. Unser Klimaschutzmanager hat alle Hände voll zu tun, um für mehr Energieeffizienz und -einsparung sowie alternative Energieformen in Main-Spessart zu werben. So wurde in diesem Jahr die finanzielle Förderung von Energieerstberatungen für Hauseigentümer initiiert, KlimaAktionsTage an Schulen organisiert und Hausmeisterschulungen durchgeführt. Auch der Landkreis geht hier mit gutem Beispiel voran: Zwei Photovoltaikanlagen konnten auf landkreiseigenen Gebäuden neu installiert werden und auch die Elektromobilität hat bei uns am Landratsamt mit einem neuen E-Auto und zwei Pedelecs Einzug gehalten.

Ein Stück weiter sind wir auf dem Weg zu einem familienfreundlichen Landkreis gekommen. Mit der Eröffnung von zwei Familienstützpunkten in Lohr und Gemünden möchten wir Eltern nun noch besser bei Fragen und Problemen zu Erziehung, Ernährung und Gesundheit unterstützen. Gleichzeitig haben wir Ehrenamtliche gesucht, die sich in Schulungen zu Familienpaten fortbilden. Sie sollen zukünftig Familien mit Kindern für einen begrenzten Zeitraum begleiten und diesen helfen schwierige Situationen zu meistern.

Auch in unserer Schullandschaft haben wir die Entwicklungen weiter vorangetrieben: So werden wir im Frühjahr mit dem Bau eines Schülerwohnheimes in Karlstadt für unsere Berufsschüler beginnen und wir haben die Planungen für die Generalsanierung des Friedrich-List-Gymnasiums in Gemünden in die Wege geleitet.

Etwas ruhiger ist es um das Thema Asylsuchende geworden. Augenscheinlich! Aktuell kommen zwar kaum noch neue Flüchtlinge bei uns an und die Zeiten, in denen Notunterkünfte hunderte Menschen aufnehmen mussten, sind – zumindest erst einmal – vorbei. Doch gilt es nun diejenigen, die bei uns bleiben dürfen, zu integrieren. Das wird eine Aufgabe sein, bei der nicht nur die Asylsuchenden selbst, sondern unsere ganze Gesellschaft gefordert ist. Denn Integration kann letztendlich nur mit Unterstützung der Menschen vor Ort gelingen. Die Mitglieder unserer zahlreichen Helferkreise gehen hier mit gutem Beispiel voran. Doch es ist klar: Wir alle brauchen dafür einen langen Atem: Integration geht nicht von heute auf morgen!

Wir alle sollten uns immer wieder vor Augen führen, aus welch schwierigen Situationen die Flüchtlinge zu uns kommen. In Main-Spessart dagegen leben wir in gesicherten Verhältnissen. Wir sind in allen Bereichen – in der Wirtschaft, im Bildungssektor, im Sozialen und auch im Ehrenamt – gut aufgestellt. Deshalb danke ich allen, die sich für eine hohe Lebensqualität in unserem Landkreis einsetzen, ganz besonders unseren ehrenamtlich Aktiven.

Mein Dank gilt auch unseren Bürgermeisterinnen und Bürgermeistern, unseren Kreisrätinnen und Kreisräten sowie dem Personal in unseren Behörden und Einrichtungen. Sie alle tragen zur Entwicklung Main-Spessarts mit bei. Ich hoffe, dass wir auch weiterhin auf diese Unterstützung zählen können.

Ich wünsche Ihnen und Ihren Familien ein frohes Weihnachtsfest und ein gesundes und glückliches neues Jahr.

Landrat des Landkreises Main-Spessart

Quelle: Landratsamt Main-Spessart

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