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Memmingen: Comm. Antonino Tortorici erhält das Bundesverdienstkreuz

Pressemeldung vom 14. Oktober 2011, 12:20 Uhr

Hohe Auszeichnung für den Ausländerbeauftragten der Stadt Memmingen

Bei einem feierlichen Festakt im Bayerischen Sozialministerium händigte Staatsministerin Christine Haderthauer die Ordensinsignien des Verdienstkreuzes am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland an Commendatore Antonino Tortorici aus. Tortorici ist der erste Italiener in Memmingen der die vom Bundespräsidenten verliehene hohe Auszeichnung für Verdienste um das Gemeinwohl erhält.

„Durch Ihr Engagement um die soziale und kulturelle Integration Ihrer italienischen Landsleute sowie die Intensivierung der kulturellen und freundschaftlichen Beziehungen zwischen Italien und Deutschland haben Sie sich große Verdienste erworben“, begann Bayerns Sozialministerin Haderthauer ihre Laudatio auf Antonino Tortorici. Bei der Begrüßung der Ehrengäste hatte die Ministerin zuvor die persönlichen Verdienste Einzelner um das Gemeinwohl als „heute nicht mehr selbstverständlich“ und als „Geschenk an die Gesellschaft“ gewürdigt und gerade die „Kontinuierlichkeit und Verlässlichkeit“ hervorgehoben.

Haderthauer warf bei der Feierstunde einen Blick in den Lebenslauf des Vorsitzenden des Memminger Ausländerbeirates und Ausländerbeauftragten der Stadt Memmingen: Als Jugendlicher kam Tortorici im Jahr 1966 von Italien nach Deutschland und fand rasch eine Stelle als technischer Weber bei einer Firma in Memmingen. Bereits im Jahr 1973 setzte er sich als Betriebsrat für die Belange der Arbeitskollegen ein. Bis zur Schließung des Unternehmens übte er das Amt des Betriebsratsvorsitzenden aus und war 10 Jahre stellvertretender Vorsitzender des Ortskartells Memmingen des Deutschen Gewerkschaftsbundes Region Donau-Iller. Neben diesem beispielhaften Einsatz betreut Tortorici die italienischen Landsleute in Memmingen und der Region Unterallgäu.
Seit dem Jahr 1981 steht Tortorici als Konsularkorrespondent des italienischen Staates zur Verfügung und im Jahr 1984 wurde er Korrespondent des Sozialdienstes des italienischen Gewerkschaftsbundes für Arbeiter. In dieser Funktion bietet Tortorici seinen Landsleuten kostenlose Beratung und Betreuung vor allem in Fragen des Arbeitsrechts, der Rentenversicherung sowie des Gesundheitswesens an. Seit dem Jahr 1999 wirkt er zudem als Berater in Fragen der schulischen Ausbildung in Deutschland.
Darüber hinaus engagiert sich Tortorici als Mitglied des italienischen Landesverbandes „Federazione Maestri del Lavoro“ in Deutschland und als Delegierter dieses Verbandes in Bayern. Commendatore Tortorici gehört seit dem Jahr 1987 dem Ausländerbeirat der Stadt Memmingen an und ist seit 1995 Vorsitzender dieses Gremiums. Im Jahr 2006 wurde Tortorici zum Ausländerbeauftragten der Stadt Memmingen bestellt.

Haderthauer wies daraufhin, dass der angehenden Ordensträger 1988 zusammen mit Ehefrau Silvana den Deutsch-Italienischen Freundeskreis gründete. Die anfangs lockere Interessengemeinschaft fand immer mehr begeisterte Anhänger und habe heute bereits 120 Mitglieder, so die Ministerin.

„Für ihren jahrzehntelangen unermüdlichen Einsatz für die Integration der italienischen Landsleute hat ihnen der Herr Bundespräsident das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland verliehen. Dafür spreche ich ihnen die herzlichen Glückwünsche aus“, so Bayerns Sozialministerin Haderthauer am Schluss ihrer Laudaito.

„Es ist etwas ganz Besonderes, als erster Italiener in Memmingen diese Auszeichnung zu erhalten“, betonte Comm. Antonino Tortorici. Ganz besonders stolz sei er, dass der Deutsche Präsident „an ihn gedacht habe“, so der Ordensträger beim Stehempfang im Anschluss der Verleihung im Bayerischen Sozialministerium.

Zu der Delegation, die sich zur Verleihung der Auszeichnung nach München aufgemacht hatte gehörte auch der Ordensanreger, Stadtrat Wolfgang Courage. Das Jahrzehnte lange Engagement Tortoricis auf der „europäisch menschlichen Ebene“ habe ihn seinerzeit dazu bewogen, die Verleihung des Bundesverdienstkreuzes anzuregen.

Quelle: Pressestelle der Stadt Memmingen

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