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Memmingen: Via Lutheri – Eine Theaterreise von Rom nach Wittenberg

Pressemeldung vom 25. Juni 2012, 09:35 Uhr

Auf den Spuren Martin Luthers – Begrüßung im Rathaus

Anlässlich des 500. Jahrestages der Wanderung Martin Luthers durch Italien, Frankreich, die Schweiz und Deutschland hat sich eine Gruppe von Rom in die Lutherstadt Wittenberg auf den Weg gemacht. Projektleiter Ulrich Pfingsten, ehemaliger Kulturdezernent der Lutherstadt Wittenberg, wurde im Rathaus von Oberbürgermeister Dr. Ivo Holzinger begrüßt.

„Wir sind seit dem 11. April unterwegs und wollen am 11. Juli in Wittenberg sein“, antwortete Ulrich Pfingsten Oberbürgermeister Dr. Ivo Holzinger bei der Begrüßung im Rathaus auf die Frage, wie lange er denn schon unterwegs sei.

Memmingens Rathauschef hieß Pfingsten recht herzlich in der Stadt willkommen und informierte den ehemaligen Kulturdezernenten über die Rolle der Stadt in der Reformation und die in Memmingen abgefassten Zwölf Bauernartikel.

Projektleiter Pfingsten erklärte dem Oberbürgermeister die unter der Schirmherrschaft des Präsidenten des Lutherischen Weltbundes, Bischof Dr. A. Munib Younan, Jerusalem, stehende Aktion. So sei nach den neuesten Untersuchungen des Marbuger Reformationshistorikers Professor Dr. Hans Schneider Luther im Jahre 1512 von seiner Romreise nach Wittenberg zurückgekommen. Martin Luther sei seinerzeit aus Italien kommend über Nizza, Avignon, Genf, Memmingen, Augsburg nach Wittenberg gezogen. „Das sind rund 2 500 Kilometer und wir legen die Strecke in Tagesetappen von 30 bis 40 Kilometer zurück“, berichtete Pfingsten. Die „Pilger“ werden von einer Theatergruppe begleitet. Wenn jetzt, 500 Jahre später Luthers Rückweg nachvollzogen werde, so erinnere man damit an die Ereignisse und geistige Bewegung in der Geschichte der Christenheit. Die Theaterreise „Via Lutheri“ sei ein Beitrag im Rahmen der Vorbereitungen auf das Reformationsjubiläum im Jahr 2017, so Pfingsten weiter.

Auf seinen Pilgerstab mit dem Schwan angesprochen erläuterte Pfingsten dem Oberbürgermeister, dass dies an den tschechischen Reformer Jan Hus erinnere. Hus, tschechisch Gans, rief kurz vor seiner Hinrichtung im Jahr 1415 in Konstanz vom Scheiterhaufen: „Ihr könnt zwar eine Gans verbrennen, aber in hundert Jahren wird ein Schwan erscheinen, den werdet ihr nicht verbrennen können“. Die Weissagung, so die Überlieferung, wurde schon früh verbunden mit der Legende vom Schwanenritter auf Martin Luther bezogen.

Die Romreise trat Martin Luther, damals 28-jähriger Mönch des Augustinerordens, im Auftrag seines Ordens an. Mit ihr begann Luthers öffentliches Wirken. Es war seine längste Reise, die einzige, die ihn über die Grenzen Deutschlands hinausführte und so für seine Weltkenntnis wichtig wurde. Sie brachte ihm wesentliche Erfahrungen und Erkenntnisse, die er in der Folge zur spirituellen und intellektuellen Grundlage aller reformatorischen Theologie weiterentwickelte.

Quelle: Pressestelle der Stadt Memmingen

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