Energiewechsel

Neumarkt i.d.OPf.: Diffizile Sanierungsarbeiten im Neumarkter Reitstadel

Pressemeldung vom 16. September 2011, 15:12 Uhr

Derzeit laufen diffizile Sanierungsarbeiten im Neumarkter Reitstadel, der weit über Deutschland hinaus als Kammermusiksaal einen guten Ruf wegen seiner exzellenten Akustik hat. Wie Oberbürgermeister Thomas Thumann erläuterte, sei es nun 30 Jahre her, dass der Reitstadel im historischen Gewand nach den Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg wieder aufgebaut worden sei. Seither sei er dank seiner hervorragenden akustischen Eigenschaften und wegen der ganz besonderen Atmosphäre bei Konzerten n Klassikkreisen im In- und Ausland zu einer festen Größe geworden. Nicht umsonst kämen jedes Jahr zahlreiche Produktionsfirmen nach Neumarkt, um hier CD-Aufnahmen im Bereich der klassischen Musik einzuspielen. Die Teams kämen aus der ganzen Welt, bis aus Südkorea oder Amerika. „Während die Bausubstanz auch nach 30 Jahren in einem optimalen Zustand ist, müssen wir nun daran gehen, die lüftungstechnischen Bereiche auszutauschen und durch neue zu ersetzen“, stellt Oberbürgermeister Thumann dar. „Jeder Besucher des Reitstadels kennt das Problem, dass nach einiger Zeit die Luftzufuhr nicht mehr optimal ist. Jetzt gilt es, die Klima- und Lüftungsanlage auf heutigen Stand zu bringen und die alte, ausgediente Technik zu ersetzen.“ Insgesamt wird die Stadt für diese Maßnahme rund 885.000 Euro investieren. Dabei wird das Hauptaugenmerk, wie Oberbürgermeister Thumann hervorhob, darauf zu legen sein, dass die tolle akustische Situation beibehalten wird. Bis Mitte Oktober sollen die Maßnahmen abgeschlossen sein. Zahlreiche Fachfirmen sind mit der Aufgabe betraut umzusetzen. Insbesondere das Ingenieurbüro Zemlicka & Pruy aus Neumarkt wird im Hinblick auf die Lüftungs- und Klimaanlage besonders gefordert sein, diese mit der ausführenden Firma Petry AG umzusetzen. Die baulichen Arbeiten stehen unter der Leitung des Architekturbüros Berschneider & Berschneider.
Im Vorfeld der Maßnahme wurden nach dem Beschluss des Bausenates im Oktober 2010 umfangreiche Untersuchungen durchgeführt, um die statischen, raumlufttechnischen, raumakustischen, brandschutztechnischen und bautechnischen Anforderungen zu prüfen und Alternativen zur Erreichung des Sanierungsziels zu erreichen. Im Juli erteilte dann der Stadtrat die Projektfreigabe mit der Gesamthöhe an Kosten von 885.000 Euro. Der Sanierungsvorschlag des Ingenieurbüros Zemlicka & Pruy sieht vor, die Luftmengen im Saalobergeschoss auf drei Klimazonen mit separater Regelung aufzuteilen. Damit wird im Saal mit minimalem Energieaufwand die optimale Lufttemperatur, Luftfeuchtigkeit, Luftqualität und Luftströmung erreicht. Um den Energieaufwand weiter zu senken, wird der Saal in den Sommermonaten während der Nacht direkt mit Außenluft vorgekühlt, so dass die erhebliche Speichermasse der umschließenden Wände optimal ausgenutzt wird. Außerdem werden die Lüftungsanlagen im Erd- und Obergeschoss über eine so genannte Bypass-Schaltung verbunden, so dass einerseits die Luftmenge variabel gesteuert werden kann, andererseits eine Notfallsicherung gegeben ist. Die zentrale Betriebstechnik kann im Bestand erweitert werden, so dass eine aufwändige Statik Ertüchtigung in der Zwischendeckenkonstruktion entfällt. Im Anschluss an die Fertigstellung der technischen Installation wird es noch mehrere Monate dauern, bis die Anlage auf optimale Verhältnisse einreguliert ist. Alle Beteiligten sind aber zuversichtlich, dass es raumakustisch keinerlei Veränderungen im historischen Reitstadel in Neumarkt geben wird.

Quelle: Stadt Neumarkt i.d.OPf.

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