Energiewechsel

Neumarkt i.d.OPf.: Stadt Neumarkt baut bisher einmaliges Projekt an einer Bahnlinie

Pressemeldung vom 1. Juni 2012, 11:50 Uhr

Eine Photovoltaikanlage auf einem Lärmschutzwall auf einer Länge von 744 Metern

„Die Stadt Neumarkt setzt mit dieser Photovoltaikanlage auf einem Lärmschutzwall an der Bahnlinie einen Meilenstein im Hinblick auf die Erzeugung erneuerbarer Energie mit dem Effekt der gleichzeitigen Erhöhung des Lärmschutzes“, wie Oberbürgermeister Thomas Thumann bei der Montage der ersten beiden Module feststellte. Zusammen mit Bürgermeisterin und Klimaschutzreferentin Ruth Dorner hatte er die frisch montierten Module und die gesamte Anlage aus „luftiger Höhe“ in Augenschein genommen. Bis Ende Juni sollen dann die insgesamt 5.090 Module montiert sein. Die Gesamtfläche der Module wird stolze 8.145 Quadratmeter betragen. Im März hatte die Stadt die Arbeiten auf dem von der Stadt errichteten Lärmschutzwall im Stadtteil Pölling an der vielbefahrenen Bahnlinie Regensburg – Nürnberg begonnen. Wie Oberbürgermeister Thumann erläuterte, wurden die Vorarbeiten dafür nun abgeschlossen. Auf den 150 Bohrpfählen ruhen 125 Stahlbetonträger, die das Grundgerüst für die 744 Meter lange Anlage bilden. Darauf werden nun die Module errichtet, die in der Spitzenleistung 1,2 Megawatt Strom erbringen sollen. Innerhalb eines Jahres dürften somit etwa 1,19 Millionen Kilowattstunden regenerativ erzeugten Stroms ins Netz eingespeist werden, was dem Verbrauch von etwa 300 Haushalten entspricht. Auf diese Weise werden jährlich über 1.000 Tonnen CO2 vermieden. Die PV-Anlage erhöhe zudem die Lärmschutzwirkung des bestehenden Walls. „Wir schützen unsere Bürger noch besser vor dem Lärm der vorbeifahrenden Züge und können darüber hinaus Solarstrom für das öffentliche Netz erzeugen“, fasst Oberbürgermeister Thumann das ambitionierte Projekt zusammen. Insgesamt 4,1 Millionen Euro brutto nimmt die Stadt dafür in die Hand.
Wie Oberbürgermeister Thumann weiter erläuterte, werde diese PV-Anlage ein weiterer großer Mosaikstein bei den vielfältigen Bemühungen Neumarkts im Bereich Nachhaltigkeit und Klimaschutz sein. Dass Neumarkt etwa als erste Stadt Deutschlands von der UNESCO den Titel „Stadt der Weltdekade“ bereits zum dritten Mal erhalten hat oder die erst vor wenigen Wochen erfolgte Auszeichnung mit dem „Climate Star 2012“ des Klima-Bündnis zeigten genauso deutlich wie die Aufnahme in das Programm des Bundesumweltministeriums „Masterplan 100 % Klimaschutz“, dass sich Neumarkt schon seit langem diesem Thema verschrieben habe und Erfolge aufweisen könne. Das von der Stadt aufgelegte Programm für Gebäudebesitzer zur energetischen Sanierung oder zum energetischen Neubau mit dem Titel „Faktor 10“, für das die Stadt pro Jahr rund eine Million Euro in den Haushalt einstelle, sei einer von vielen Belegen für den Einsatz Neumarkts bei der CO2-Reduzierung. Der Neubau des Verwaltungsgebäudes für die Stadtwerke als Netto-Plus-Energiehaus für über 4 Millionen Euro sei ein weiterer.
Auch in den Bereichen E-Mobilität schreite Neumarkt seit Jahren voran. So habe man drei E-Fahrzeuge angeschafft, eines für die Stadtwerke, eines für den Bauhof und eines nutze er selber stets für seine Dienstfahrten im Stadtgebiet. Zudem habe die Stadt zwei Stromtankstellen für E-Fahrzeuge installiert, wo Fahrzeuge mit einer Chipkarte kostenlos aufgeladen werden können. All das mit Ökostrom, da die Stadt und alle ihre Einrichtungen seit einiger Zeit nur diesen beziehen. Mit der PV-Anlage auf dem Lärmschutzwall in Pölling werde ein weiterer „richtiger und wichtiger Schritt getan, um die Energiewende einzuläuten und sie auch gelingen zu lassen“, findet Oberbürgermeister Thumann. Denn seiner Ansicht nach müsse man dafür gerade vor Ort sorgen.
Bei der Umsetzung der PV-Anlage auf dem Lärmschutzwall an der Bahnlinie habe die Stadt mit den Ingenieurbüros EXAPHI aus Neumarkt und Treiber aus Dresden kompetente Partner für die Planung und die Bauoberleitung erhalten. Auch zahlreiche Fachgutachten waren notwendig gewesen. So musste nachgewiesen und erreicht werden, dass die Solarmodule keine mögliche Blendung der Lokführer und der Autofahrer auf einer nahe gelegenen Straßenüberführung erzeugen. Dies konnte dadurch gelöst werden, dass keine gewöhnlichen Module verwendet werden. Vielmehr werden PV-Module verwendet, deren Oberfläche die Sonnenstrahlen nicht gebündelt reflektieren und daher keine Gefahr durch Blendung besteht.

Quelle: Stadt Neumarkt i.d.OPf.

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