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Öffentlichkeitsarbeit Papilio e.V.: Papilio und die Kistenkobolde in Erlangen

Pressemeldung vom 23. Juni 2015, 14:42 Uhr

Frühzeitig vorbeugen gegen zunehmende Gewaltbereitschaft und Suchtprobleme

Die Augsburger Puppenkiste war heute zu Gast im E-Werk Erlangen. Sie zeigten die Geschichte „Paula und die Kistenkobolde“, die ein wesentlicher Bestandteil des Kindergartenprogramms Papilio ist. Das Programm steigert nachweislich die sozial-emotionalen Kompetenzen bei Kindern und bildet damit die Basis, um gegen Sucht- und Gewaltentwicklungen im Jugendalter vorzubeugen. Ermöglicht wurde die Veranstaltung durch Sternstunden e.V., der Benefizaktion des Bayerischen Rundfunks, die damit die Aufklärungskampagne zur Sensibilisierung früher Prävention unterstützt.

Die Kistenkobolde sind vor allem für die Kindergartenkinder im Publikum aufgetreten. Rund 280 Kinder haben die Aufführung, die insgesamt drei Mal gezeigt wurde, gespannt verfolgt. Als einer der Bausteine von Papilio wurden die Kistenkobolde zusammen mit der Augsburger Puppenkiste, Wissenschaft und Praxis entwickelt. Sie fördern gezielt die emotionale Kompetenz der Kinder. Freudibold, Heulibold, Zornibold und Bibberbold – jeder der vier Kobolde steht für ein Basisgefühl. Die Geschichte hilft Kindern, mit ihren eigenen Gefühlen und den Gefühlen von anderen umgehen zu können. Weitere Papilio-Bausteine unterstützen das Einhalten sozialer Regeln und das soziale Miteinander.

Frühzeitige Förderung schützt vor Risiken
Soziale und emotionale Kompetenzen sind die Grundlage für das Erlernen aller anderen Fertigkeiten. Sie helfen bei der Sprachentwicklung ebenso wie beim Aufbau von Freundschaften. Mit Papilio erlernen die Kinder diese Basiskompetenzen spielerisch im frühen Kindesalter. Sie gelten auch als Schutzfaktoren vor problematischen Entwicklungen. Indem Papilio diese Schutzfaktoren stärkt, senkt es zugleich erste Verhaltensauffälligkeiten bei Kindergartenkindern und schützt damit gegen die spätere Entwicklung von Sucht und Gewalt. Die Wirksamkeit des Programms ist wissenschaftlich belegt. „Aus der Entwicklungspsychologie wissen wir, dass Kinder sozial-emotionale Kompetenzen im frühen Kindesalter lernen müssen, damit sie eine eigene Identität und Selbstwertgefühl aufbauen können. Das wirkt sich positiv auf ihre gesamte weitere Entwicklung und auf ihre psychosoziale Gesundheit aus. Was in dieser frühen Zeit versäumt oder falsch gelernt wird, ist später nur schwer nachzuholen oder zu korrigieren“, erklärte Papilio-Trainerin Ruth Siemes-Frömmer.

Die Schlüsselrolle bei der Vermittlung im Kindergarten und hin zu den Eltern spielen die pädagogischen Fachkräfte. Für sie erklärte Siemes-Frömmer in einem Fachgespräch am Nachmittag mögliche Ursachen für auffälliges Verhalten und wie Papilio die Fachkräfte in solchen Fällen unterstützen kann.

Der engagierte Auftritt der Kistenkobolde in Erlangen zielte vor allem darauf, weitere pädagogische Fachkräfte der Region für Papilio zu gewinnen, damit sie das Präventionsprogramm in ihren Kindergärten einführen. Sternstunden e.V., die Benefizaktion des Bayerischen Rundfunks, fördert Papilio mit 20 Tourtagen mit der Augsburger Puppenkiste, die dieses und kommendes Jahr in ganz Deutschland stattfinden werden. Bereits seit 2009 fördert die BARMER GEK in Bayern die landesweite Umsetzung von Papilio und damit die Idee, bereits im Kindergarten die psychische Gesundheit der Kleinsten nachhaltig zu stärken.

Um Papilio in einer Einrichtung umzusetzen, durchlaufen die Fachkräfte eine Fortbildung, führen das Programm dann in ihren Gruppen ein und machen Papilio zum alltäglichen Bestandteil der Kindergartenarbeit. In Bayern wurden seit 2003 mehr als 800 pädagogische Fachkräfte aus 159 Kitas in Papilio fortgebildet. In Erlangen und Umgebung startete das Programm 2014 und wird derzeit von zehn Erzieherinnen in fünf Kindergärten umgesetzt. „In unserem zweiten Fortbildungskurs, der im Herbst 2015 startet, haben weitere Einrichtungen die Gelegenheit, hier vor Ort in dies gelungene Programm einzusteigen“, so Ilona Schwertner-Welker, die Papilio-Trainerin und Kursleiterin in Erlangen.

Bundesweit wurden inzwischen mehr als 5.900 Erzieherinnen in dem Programm fortgebildet. Dadurch profitieren mehr als 119.700 Kinder von Papilio. Verantwortlich für das Präventionsprogramm, die Fortbildung und die wissenschaftliche Basisarbeit ist das Sozialunternehmen Papilio in Augsburg, das mit Partnern in ganz Deutschland zusammenarbeitet.

Quelle: Öffentlichkeitsarbeit Papilio e.V.

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