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Ostallgäu: Einstieg in die Schulsozialarbeit an den Grundschulen

Pressemeldung vom 30. November 2011, 14:52 Uhr

Unter der Prämisse „fit für die Schule – fit für die Gemeinschaft“ erweitert der Landkreis die Jugendsozialarbeit an Schulen nun auch auf den Bereich der Grundschulen. Ziel ist, die Kinder mit Problemen und individuellem Unterstützungsbedarf schon ab der Einschulung fachlich zu begleiten. Hierzu werden in Füssen, Marktoberdorf und Buchloe neue Stellen für Sozialpädagogische Fachkräfte geschaffen.

Nachdem inzwischen alle Mittelschulen, Förderzentren und die Berufsschule im Landkreis hervorragend mit Jugendsozialarbeit an Schulen ausgestattet sind, setzt der Landkreis Ostallgäu als einer der ersten Landkreise nun einen Schwerpunkt für Grundschulen. Die Arbeit an den weiterführenden Schulen hat gezeigt, dass ein Großteil der Kinder, die Unterstützung benötigen, bereits im Grundschulalter auffällig wurden. Hier soll nun mit einem präventiven und frühen Ansatz, gegengesteuert werden. Landrat Johann Fleschhut: „Wir setzen damit die erfolgreiche Zusammenarbeit von Schule und Jugendhilfe weiter fort. Durch die Ausstattung der Grundschulen mit sozialpädagogischen Fachkräften werden Probleme frühzeitig erkannt und rechtzeitig Hilfestellung sowohl für die Kinder als auch die Eltern angeboten.“

Das Konzept des Landkreises zur Jugendsozialarbeit an Schulen sah bereits einen Ausbau an Grundschulen vor unter der Bedingung, dass die Maßnahmen staatlich gefördert werden. Die derzeitigen staatlichen Richtlinien setzen im Grundschulbereich jedoch enge Grenzen. Demnach müssen mindestens 20% der Schülerinnen und Schüler einen Migrationshintergrund haben. Wenn diese Quote verfehlt wird, spielen andere Faktoren keine Rolle. Zudem sind im Doppelhaushalt des Freistaates Bayern für 2011/2012 keine Mittel für neue Stellen vorgesehen. Das bedeutet, dass eine Jugendsozialarbeit an Grundschulen im Ostallgäu mit staatlicher Förderung derzeit nicht möglich ist.
Für die Grundschulen wird jedoch von Seiten des Jugendamtes und des Schulamtes Bedarf für Sozialarbeit an der Schule gesehen und zwar in einem breiteren Spektrum, als es die Förderung des Sozialministeriums ermöglicht. Insgesamt kommt die weit überwiegende Zahl der Ostallgäuer Schülerinnen und Schüler an der Schule gut zurecht, jedoch nehmen die Probleme von einzelnen Kindern in Grundschulen zu. Dazu zählen laut Rückmeldungen der Schulen mangelnde Sozialkompetenz, fehlende Empathie und Wertevermittlung, Probleme, sich an Regeln zu halten, Zunahme von Verhaltensauffälligkeiten und Aggressionen, Konzentrations- und Aufmerksamkeitsstörungen, sowie eine steigende Verunsicherung bis hin zur Erziehungsunfähigkeit seitens der Eltern. Für Schulen wird es deswegen zunehmend schwieriger, ihrem Bildungs- und Erziehungsauftrag in vollem Umfang nachzukommen.

Mit der Entscheidung zu einem Ausbau der Sozialarbeit an Grundschulen verfolgt der Landkreis weiterhin konsequent seinen präventiven Ansatz „agieren statt reagieren“. Grundlage sind sozialpädagogische Konzepte, die dem Bedarf an den Schulen entsprechen. Mit den neuen Angeboten an den Grundschulen in Buchloe, Füssen, Germaringen, Marktoberdorf und Obergünzburg wird der gesamte Landkreis in den Blick genommen. Das Ostallgäu nimmt mit seinem Angebot der Schulsozialarbeit an Grundschulen eine Vorreiterrolle unter den Landkreisen ein.

Das „Paket“ für die Grundschulen beinhaltet im Einzelnen:
eine halbe Stelle für die Grundschule Füssen-Schwangau
eine halbe Stelle für die 4 Grundschulen in der Stadt Marktoberdorf (Adalbert-Stifter-Schule, St. Martin-Schule, Schulen in Thalhofen und Leuterschach)
eine halbe Stelle für die 2 Grundschulen in der Stadt Buchloe (Comenius-Schule und Meinrad-Spieß-Schule).

An den Grundschulen in Germaringen und Obergünzburg erfolgt künftig die Betreuung von Grundschülerinnen und -schülern mit besonderem Unterstützungsbedarf im Einzelfall durch die Fachkräfte der Jugendsozialarbeit an der zugehörigen Mittelschule.

Die Kosten für die zusätzlichen Stellen tragen zu 50% der Landkreis aus Mitteln des Bildungs- und Teilhabepakets und zu 50 % die jeweilige Gemeinde bzw. der Schulverband als Sachaufwandsträger der Grundschule.

Quelle: Landratsamt Ostallgäu

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