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Ostallgäu: Massives Auftreten von Gartenlaubkäfern in Ostallgäuer Gärten

Pressemeldung vom 19. Juni 2012, 14:25 Uhr

Zurzeit häufen sich bei der Kreisfachberatung für Gartenbau im Landratsamt Anfragen von Gartenbesitzern, die von einem Massenbefall mit Gartenlaubkäfern an ihren Rosen und Obstbäumen berichten.

Die Käfer sind ca. 1 cm lang, sein Rückenschild glänzt metallisch-grün, was ihn vom Junikäfer unterscheidet, der durchgehend lederbraun gefärbt ist. Sie fliegen in Massen an sonnigen Tagen von Mai bis Ende Juni und lassen sich auf Rosen, Obstbäumen, Beerensträuchern und anderen Gehölzen nieder und fressen sowohl deren Blätter, als auch Blüten.Der Entwicklungszyklus des Käfers verläuft innerhalb eines Jahres, das heißt es gibt jährlich nur eine Generation. Ab Ende Mai, je nach Witterung schlüpfen die ersten Käfer und es findet unmittelbar eine erste Begattung statt. Darauf erfolgt sofort eine erste Eiablage. Erst danach fliegen die Käfer Futterpflanzen an und es erfolgt der so genannte Reifungsfraß, an welchen sich wiederum eine weitere Eiablage anschließt.
Ca. 85% der Eier werden in der ersten Phase abgelegt und erst im Anschluss daran wird der Gartenbesitzer auf den Befall aufmerksam. Aus diesem Grund wäre eine chemische Bekämpfung des Käfers auch wirkungslos.

Die nach ca. 3 Wochen aus den Eiern schlüpfenden Larven wiederum fressen die Wurzeln von Gräsern, was dazu führt, dass größere Rasenflächen oder auch Sportplätze wie vertrocknet aussehen und sich große Rasenflächen vom Boden abheben lassen, an denen keine Wurzeln mehr vorhanden sind.

Ulrike Scharpf von der Kreisfachberatung: „Schon im vergangenen Jahr war ein auffallend starker Befall dieser Käfer bei uns aufgetreten.“ Die Bekämpfung dieses Schädlings gestalte sich wegen der geschilderten Biologie des Käfers sehr schwierig. Es gibt Pheromon- oder Trichterfallen, die die Käfer mittels eines Lockstoffes anlocken. Allerdings sind diese Fallen eher dazu geeignet, ein Vorhandensein des Käfers anzuzeigen und können nur bedingt zur Reduzierung des Schädlings beitragen.
Eine umweltgerechte Bekämpfung der Larven ist nur mittels so genannter Nematoden möglich, die mit der Gießkanne auf den Befall im Rasen ausgebracht werden. Diese Fadenwürmer oder Nematoden befallen die Larven und töten diese ab. Diese Methode kann von Juli bis September durchgeführt werden.
Die Käfer können mechanisch abgesammelt und vernichtet werden. Dies führt ebenfalls zu einer Reduktion der Käfer, allerdings hat zu diesem Zeitpunkt die erste Eiablage bereits stattgefunden.
Die Larven werden im Gegensatz zu den Käfern von vielen Vögeln und auch Kleinsäugern gefressen, was zu einer gewissen Reduzierung des Befalls beitragen kann.

Für weitergehende Fragen steht die Kreisfachberatung zur Verfügung.

Quelle: Landratsamt Ostallgäu

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