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Regensburg: Berufsorientierungswochen der Sonderpädagogischen Förderzentren

Pressemeldung vom 8. November 2011, 16:36 Uhr

Schüler und Landrat beim Lackierfachbetrieb

Hemau. (RL) Die Wirtschaftsförderung des Landkreises Regensburg führt zurzeit zusammen mit den drei Sonderpädagogischen Förderzentren Hemau, Regenstauf und Neutraubling und 16 Betrieben und Einrichtungen des Landkreises die Berufsorientierungswochen durch. Im Rahmen des Projekts besuchten die Schüler des Sonderpädagogischen Förderzentrums (SFZ) Hemau den Lackierfachbetrieb Ehrismann in Hemau. Die Schüler, aber auch Landrat Herbert Mirbeth, konnten sich dabei eingehend über das Berufsbild des Lackierers informieren. Firmenleiter Harald Ehrismann wies darauf hin, dass auch Absolventen des SFZs bei ihm eine Chance haben können.

Genau aus diesem Grund kontaktierte die Wirtschaftsförderung die Firma Ehrismann bei der Suche nach Betrieben für die Berufsorientierungswochen. Bereits jetzt werden die „Aktionstage für Ausbildung“ an den Mittelschulen von den Betrieben als Plattform zur Sicherung des eigenen Bedarfs an zukünftigen Fachkräften genutzt. Rückläufige Schülerzahlen, niedrige Arbeitslosenquoten und die Altersdemographie führen dazu, dass das Potenzial der Schüler aus den drei Förderzentren zukünftig nicht mehr vernachlässigt werden sollte, so der Landrat. In einem ersten Schritt soll daher den Schülern bei den Berufsorientierungswochen fünf Wochen lang verschiedene Ausbildungsberufe vorgestellt werden. Die Schüler besuchen dabei direkt die Betriebe, kommen auf Baustellen bzw. kommen die Firmen an die Schulen um ihr Berufsbild vorstellen zu können. Danach soll bei einem Praktikum das gegenseitige Interesse geweckt werden. Fast zwei Stunden lang wurden die Schüler von dem Firmeninhaber über das Berufsbild des Fahrzeuglackierers und dessen Einsatzmöglichkeiten informiert.

1995 machte sich der Meister des Lackiererhandwerks selbstständig und beschäftigt heute fünf Mitarbeiter, darunter zwei Lehrlinge. Wer beim Lackierfachbetrieb Ehrismann nur an das Lackieren von Autos denkt, liegt falsch. Sein zweites großes Standbein sind Industrielackierungen – von Einzelteilen bis hin zu Serien. Nebenbei bietet er Airbrusharbeiten an, ist im Bereich Unfallinstandsetzung sowie Autoaufbereitung tätig, erledigt Beschriftungen aller Art und lackiert Möbel. „Darüber hinaus gibt es fast kein Material, welches wir nicht beschichten können“, informiert Ehrismann.

Interessant war es für die Schüler das Herzstück der Firma, die Lackierkabine zu besichtigen. Hier werden die verschiedenen Teile bei einer Temperatur von 20 bis 23 Grad lackiert, wobei der Lack dann bei 70 Grad aushärten muss. Blitzschnell auf Temperatur gebracht, wird die Lackierkabine durch einen 280 kW-Brenner. „Mit dieser Leistung könnte man leicht ein Zehnfamilienhaus beheizen“, so Ehrismann. „Lackierer, das ist schon ein Knochenjob“, sagt Ehrismann. Stundenlang eine Lackierpistole zu halten, gibt aber auch bärenstarke Arme. „Lackierer sind die besten Maßkrugstemmer“, schmunzelt er. Der Beruf hat auch seine künstlerischen Seiten, etwa wenn es um Airbrush-Techniken geht. Die zeigte den Schülern Stefan Jakubek. Die Firma Ehrismann lackiert mit dieser Technik Sonderfahrzeuge, Showtrucks, Schilder und Wände.

Landrat Herbert Mirbeth betonte ausdrücklich, dass das Handwerk gerade heute „goldenen Boden“ habe und beste Zukunftsperspektiven biete. Heuer beteiligten sich an den Berufsorientierungswochen immerhin 16 Firmen und Einrichtungen. Neben der Vermittlung von theoretischem Wissen sollen die Schüler auch praktische Einblicke in ein Berufsbild gewinnen. „Als nächste Firma, die wir zusammen mit den Schülern besuchen, steht der Malerbetrieb Kett am Donnerstag auf dem Programm“, kündigt German Sperlich von der Wirtschaftsförderung des Landkreises an. Interessierte Betriebe, die sich im nächsten Jahr an den Berufsorientierungswochen beteiligen wollen, wenden sich an German Sperlich, Tel. 0941/4009-593 oder Email: wirtschaft@landratsamt-regensburg.de.

Quelle: Landratsamt Regensburg – Pressestelle

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