Energiewechsel

Regensburg: Daten geben Auskunft über Preisgefüge und Entwicklung der Bautätigkeit

Pressemeldung vom 9. November 2011, 13:13 Uhr

Übersicht über Bodenrichtwerte im Landkreis

Regensburg (RL). Wer bauen oder sein Grundstück verkaufen will, findet in den Bodenrichtwerten eine wichtige Orientierungshilfe. Für die 41 Gemeinden des Landkreises Regensburg wurden aktuell 322 Bodenrichtwerte für Wohnbauland und 41 Werte für gewerbliche Bauflächen ermittelt und in einer Bodenrichtwertübersicht zusammengefasst. Um Preisvergleiche zu erleichtern, sind ab heuer einheitlich bei allen Baulandwerten die anteiligen Kosten für die Straßenerschließung, Wasserversorgung und Abwasserbeseitigung bereits berücksichtigt.

Alle zwei Jahre müssen die bei den Landkreisen und kreisfreien Städten eingerichteten Gutachterausschüsse Bodenrichtwerte ermitteln. Diesem Ausschuss gehören im Landkreis Regensburg Vertreter des Landratsamtes, des Finanzamtes, des Vermessungsamtes sowie ehrenamtliche Gutachter aus dem Bereich der Grundstücksbewertung an. Hinter dem Begriff „Bodenrichtwert“ verbirgt sich der durchschnittliche Bodenpreis pro Quadratmeter. Bereiche mit etwa gleichen Wertverhältnissen werden zu Bodenrichtwertgebieten zusammengefasst. Letzter Stichtag war der 31.12.2010. Bodenrichtwerte bilden auch die Datengrundlage für die steuerliche Bewertung und Verkehrswertermittlung von Grundstücken.

Um diese Aufgabe erfüllen zu können, sind die Notariate verpflichtet, den Gutachterausschüssen Abschriften aller beurkundeten Grundstücksverkäufe zuzuleiten. So werden allein vom Gutachterausschuss des Landkreises jährlich etwa 2.000 bis 2.200 Urkunden ausgewertet, gegebenenfalls fehlende Daten nacherhoben und das Ergebnis in anonymisierter Form in der Kaufpreissammlung erfasst. Für statistische Zwecke ungeeignete Verkaufsvorgänge, wie beispielsweise Notverkäufe unter Wert, bleiben unberücksichtigt.

Zahlen bestätigen Aufwärtstrend im Landkreis

Die Zahlen aus der Kaufpreissammlung bilden auf der einen Seite das Preisgefüge in den Gemeinden bzw. Richtwertgebieten ab und liefern darüber hinaus Aussagen zur Gesamtentwicklung im Landkreis. Nicht nur die Bauantragszahlen (1.850 Anträge bis Mitte Oktober 2011 gegenüber 1.702 Anträgen im Jahr 2008), sondern auch die in der Kaufpreissammlung erfassten Verkaufsvorgänge bestätigen den erneuten Aufwärtstrend im Landkreis. So wurde eine Zunahme der Wohnbaulandverkäufe im Jahr 2010 um gut ein Drittel gegenüber den rückläufigen Zahlen im Jahr 2008 festgestellt. Der Geldumsatz erhöhte sich dabei von 25 auf 38 Millionen Euro.

Die Wohnbaulandpreisentwicklung von 2008 auf 2010 ist im Landkreis nicht einheitlich. Etwa drei Viertel der Bodenrichtwerte blieben im Vergleich zum vorherigen Festsetzungszeitraum unverändert. Die meisten Preissteigerungen blieben in einem Rahmen von fünf bis zehn Euro, in Einzelfällen bis zu 25 Euro. Aber auch Preisrückgänge in der Größenordnung von fünf bis zehn Euro gab es. Relativ stabil blieben die Preise auf dem gewerblichen Sektor. Die Bandbreite reicht hier von 30 bis 190 Euro bei besonders attraktiven Lagen für den Einzelhandel.

Wie ein Blick in alte Richtwertübersichten zeigt, bestand schon immer ein großes Preisgefälle zwischen dem ländlichen Bereich und den unmittelbar an die Stadt Regensburg angrenzenden Gemeinden. So kostete vor 35 Jahren der Quadratmeter Bauland in Altenthann die „stolze Summe“ von 19 DM und in Lappersdorf „schon“ 92 DM. Eine gewichtige Rolle beim Preis spielt auch die Ortsgröße mit der vorhandenen Infrastruktur und natürlich das unmittelbare Wohnumfeld.

Aktuelle Bodenpreise: Die Bodenpreise in den Hauptorten der Stadtumlandgemeinden reichen aktuell von 190 Euro in der Gemeinde Wenzenbach bis 350 Euro für attraktive Lagen in der Ortschaft Pentling. In kleineren Ortsteilen der Stadt-Umlandgemeinden gibt es auch Bauland zu günstigeren Preisen (z. B. Matting in der Gemeinde Pentling mit 120 Euro oder Baiern in der Gemeinde Lappersdorf mit 130 Euro. Im ländlichen Bereich reduzieren sich die Preise bis auf 30 Euro. Die ermittelten Bodenrichtwerte sind natürlich keine Gewähr, dass entsprechende Flächen auch auf dem Grundstücksmarkt verfügbar sind. Die ausgewerteten Kaufverträge zeigen aber, dass immer wieder Schnäppchen möglich sind.

Landwirtschaftliche Bodenrichtwerte: Erstmalig wurden auch Durchschnittspreise für landwirtschaftliche Nutzflächen ermittelt. Die nach Gemarkungen gegliederten Werte reichen beim Ackerland von 1,25 Euro bis 5,75 Euro und beim Grünland von 1,00 Euro bis 3,00 Euro.

Quelle: Landratsamt Regensburg – Pressestelle

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