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Regensburg: Innovative Wohnkonzepte für die ältere Generation Landkreis Regensburg hatte zum „Symposium Wohnen“ geladen

Pressemeldung vom 1. August 2016, 13:57 Uhr

Welche Möglichkeiten gibt es jenseits von Pflegeheim, Seniorenwohnung und betreutem Wohnen? Wie vermeide ich es zu vereinsamen? Und wer kann mich unterstützen, wenn es mir nicht gut geht? Unter anderem um die Klärung dieser Fragen ging es am Montag im Regensburger Landratsamt. Im Rahmen der Erstellung eines Seniorenpolitischen Gesamtkonzepts für den Landkreis Regensburg hatte die Servicestelle für Senioren und Menschen mit Behinderung im Landratsamt zu einem „Symposium Wohnen“ eingeladen. Rund 70 Personen – darunter interessierte Bürger, Bürgermeister der Landkreiskommunen, Kreisräte, Vertreter von Wohlfahrtsverbänden und Wohnungsunternehmen, Behinderten- und Seniorenbeauftragte, ehrenamtlich Engagierte, Mitarbeiter des Landratsamtes sowie Firmen- und Behördenvertreter – waren in den Großen Sitzungssaal gekommen, um Konzepte für das Wohnen der älteren Generation beziehungsweise inklusive Wohnprojekte kennenzulernen und mit Experten und Referenten die Vor- und Nachteile zu erörtern.

„Der demografische Wandel und veränderte familiäre Strukturen stellen uns vor immer neue Herausforderungen. Mit der wachsenden Zahl älterer Menschen steigt natürlich auch der Bedarf an altersgerechten Wohnungen. Nun wissen wir alle, dass aufgrund der guten wirtschaftlichen Lage und gesellschaftlichen Veränderungen die Nachfrage nach bezahlbarem Wohnraum in der Region allgemein ungebrochen hoch ist. Was das Thema Wohnen im Alter betrifft, müssen wir uns alternativen Konzepten öffnen. Das Symposium Wohnen soll uns dabei helfen, neue Eindrücke zu alternativen Wohn- und Pflegeformen zu sammeln. Ein herzliches Vergelt’s Gott für Ihr zahlreiches Kommen“, begrüßte Landrätin Tanja Schweiger die Gäste. Der Dank der Landrätin galt auch Michael John vom Basis-Institut – das dem Landkreis bei der Erstellung des Seniorenpolitischen Gesamtkonzeptes zur Seite steht – sowie den fünf Referenten, die bereits bestehende innovative Wohnkonzepte vorstellten.

Achim Friedrich berichtete über den „Generationenpark Königsbrunn“, ein inklusives Wohnprojekt im Landkreis Augsburg, das seit drei Jahren existiert. In 57 öffentlich geförderten Mietwohnungen – sechs davon seien barrierefrei und behindertengerecht ausgestattet – leben Singles, Paare, Senioren, Alleinerziehende oder Patchwork Familien unterschiedlichster Herkunft und Nationalität in einer aktiven Nachbarschaft zusammen. Ein Haus verfüge sogar über 24-Stunden-Betreuung. In einem zweiten Bauabschnitt würden derzeit 29 weitere Wohnungen – zwei davon behindertengerecht- gebaut, so der Projektleiter des Mehrgenerationenhauses.

Oliver Klingelberg vom Sozialmanagement der Bielefelder Gemeinnützigen Wohngesellschaft mbH (BGW) stellte das „Bielefelder Modell“ vor. Einbezogen in bestehende Wohnquartiere mit guter infrastruktureller Anbindung biete die BGW älteren Menschen oder Menschen mit Behinderung komfortable und barrierefreie Wohnungen. Kombiniert sei dieses Angebot mit einem Wohncafé als Treffpunkt und Ort der Kommunikation, der allen Menschen in der Nachbarschaft offen stehe. Gleichzeitig sei ein sozialer Dienstleister mit einem Servicestützpunkt und einem umfassenden Leistungsangebot rund um die Uhr im Quartier präsent.

Richard Streng, Bürgermeister der Gemeinde Langenfeld im Landkreis Neustadt an der Aisch, informierte über das Mehrgenerationenhaus in seiner Gemeinde. Das „MehrGenerationenHaus Dorflinde Langenfeld“ werde vollständig von einem ehrenamtlichen Führungsteam und der Gemeinde im Einvernehmen geleitet und betrieben. Bürgerschaftliches Engagement sei die Grundlage für das ganzheitliche Konzept des Mehrgenerationenhauses. Dieses Projekt mache Mut, dass es auch in kleinen Gemeinden möglich sei, Projekte voranzutreiben, hieß es dazu aus dem Plenum.

Die Teilnehmer hatten die Möglichkeit, Fragen an die Referenten zu stellen und so entwickelte sich eine rege Diskussion zwischen Experten und Interessierten; unter anderem über die Vorteile des Bürgerschaftlichen Engagements im Kontext der Seniorengenossenschaft Riedlingen, über die deren Vorsitzender, Josef Martin, referierte. Ein weiteres Thema waren die Erfolgs- und Misserfolgsfaktoren innovativer Wohnformen. Hierzu war die Rechtsanwältin Angelika Majchrzak-Rummel als Referentin eingeladen worden.

Das Symposium Wohnen wurde im Rahmen einer Workshoprunde zum Seniorenpolitischen Gesamtkonzept veranstaltet. Die vorgestellten Konzepte sowie die Meinungen und Anregungen der Teilnehmer des Symposiums werden bei den nächsten Treffen der Arbeitsgruppe „Wohnen“ konkretisiert und fließen somit unmittelbar in das Seniorenpolitische Gesamtkonzept mit ein.

Quelle: Landratsamt Regensburg – Pressestelle

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