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Regensburg: Juradistl-Streuobst – Unser Obst ist Mehrwert!

Pressemeldung vom 26. September 2013, 12:19 Uhr

REGENSBURG: – Apfelsammlungen im Landkreis Regensburg durch Landschaftspflegeverband Regensburg und örtliche OGVs – Am 05. und 19. Oktober 2013 werden an der Kläranlage in Pfatter und auf dem Bauernhof Glaser in Unterpfraundorf (Beratzhausen) Sammelstellen eingerichtet – Nur ungespritzte Äpfel aus Streuobstbeständen und Obstgärten – Ziel ist der Erhalt der natur- und kulturprägenden Streuobstbestände und deren Artenreichtum.

Streuobstsammlungen in Pfatter und Beratzhausen-Unterpfraundorf
Der Landschaftspflegeverband Regensburg hat im Rahmen seines Juradistl-Programms dieses Jahr ein Streuobstprojekt gestartet, das etwas für den Erhalt unserer schönen Obstgärten und Streuobstbestände tun möchte. In der Juradistl-Apfelschorle der Kelterei Nagler wird bereits heimisches Streuobst verarbeitet und es soll noch mehr werden. Dazu wird der Landschaftspflegeverband Regensburg in Zusammenarbeit mit örtlichen Obst- und Gartenbauvereinen und Landwirten im Herbst 2013 Obstsammelaktionen an zwei verschiedenen Standorten im Landkreis Regensburg durchführen. Der Geschäftsführer des Landschaftspflegeverbandes Regensburg, Josef Sedlmeier, bittet die Bürger, nur einwandfreies Obst aus ungespritzten Obstgärten und Streuobstbeständen zu den u. g. Sammelstellen zu bringen. Die angelieferten Äpfel müssen frisch und dürfen nicht angefault sein. Denn nur so kann nachher ein echtes regionales Qualitätsprodukt entstehen. Weiterhin bittet der Landschaftspflegeverband die Lieferanten, ihre Äpfel in Säcken, Kisten oder anderen geeigneten Behältern zur Sammelstelle zu liefern. Großanlieferer über 10 Zentner pro Lieferung sollten sich vorab beim Landschaftspflegeverband Regensburg anmelden (Josef Sedlmeier, Tel. 0941/4009-361, Fax 0941/4009-490, e-mail:

josef.sedlmeier@landratsamt-regensburg.de).
Bei Anlieferung wird das Obst gewogen und der Lieferant erhält einen Wiegeschein. Die Auszahlung erfolgt per Überweisung oder Barabholung bei der Kelterei Nagler in Regensburg (in diesem Jahr: 10,- € pro 100 kg Äpfel). Man kann seine angelieferten Äpfel aber auch gegen Gutscheine für Nagler-Fruchtsäfte eintauschen. Wichtiger Hinweis: Wer bereits eine Nagler-Kundennummer hat, soll diese bitte unbedingt mitbringen und bei der Sammelstelle angeben.
Sammlungen finden jeweils von 13:00 bis 17:00 Uhr am Samstag, den 05. Oktober und Samstag, den 19. Oktober 2013 statt. Sammelort für den westlichen Landkreis ist der Bauernhof Glaser in Beratzhausen-Unterpfraundorf (Jakobsweg 4, 93176 Beratzhausen). Im östlichen Landkreis wird an der Kläranlage in Pfatter (Schleusenweg 22, 93102 Pfatter) gesammelt.

Ziele des Streuobst- Projektes
Das Sammeln und Verwerten des Obstes im Landkreis soll v. a. zum Erhalt der heimischen Obstbäume beitragen. Daneben sollen die Obsterzeuger einen fairen Obstpreis erzielen und der Naturschutz in Dorf und Flur wird gestärkt. Insgesamt soll damit die Wertschätzung für die alten Obstsorten verbessern werden. Streuobstwiesen prägen vielfach noch das Landschaftsbild und den Charakter eines Dorfes. Gleichzeitig sind sie Lebensräume mit großer Artenvielfalt, in denen viele Tier- und Pflanzenarten leben. Allerdings sind bayernweit über die Hälfte aller Obstbäume in den letzten Jahrzehnten gerodet worden und verloren gegangen, da die schön anzusehenden Hochstammbäume nur mit hohem Aufwand zu beernten sind. Und Apfelsaft lässt sich heute mit ertragreichen modernen Sorten wesentlich kostengünstiger erzeugen. Zudem überschwemmen große Mengen an Apfelsaftkonzentraten aus dem Ausland den Markt. Da die Konkurrenzfähigkeit fehlt, werden die Obstwiesen und Obstgärten unserer Heimat immer kleiner oder verschwinden ganz. Viele Bestände sind zudem überaltert, weil sie nicht mehr gepflegt werden. Gleichzeitig verschwinden in ganz Bayern immer mehr Keltereien, die das Obst aus der Region annehmen und zu Direktsaft verpressen. Und auch der Verbraucher hat immer weniger Gelegenheit, frisch gepresste regionale Säfte zu erwerben. Es kommt also darauf an, wieder verstärkt hochwertige Produkte aus dem heimischen Streuobst anzubieten.

Natur und Kultur gehen Hand in Hand
Juradistl – Biologische Vielfalt im Oberpfälzer Jura ist eines der größten Biodiversitätsprojekte in Bayern. Es ist wichtiger Bestandteil der Bayerischen Biodiversitätsstrategie und setzt sich für den Erhalt der Artenvielfalt in Bayern ein. „Der Artenreichtum unserer Heimat ist jedoch häufig an traditionelle, so genannte extensive Landnutzungsformen gebunden“, wie Josef Sedlmeier, Geschäftsführer des Landschaftspflegeverbands Regensburg erläuterte. „Diese dienten immer der Erzeugung von Nahrungsmitteln. Voraussetzung dafür ist die Verarbeitung der Rohstoffe in der Region und wir kennen die Orte, in denen das traditionell stattfand: Es sind Metzgereien, Bäckereien, Mühlen, Brauereien und eben auch Keltereien. Der Erhalt der Artenvielfalt ist also indirekt an die Erzeugung und Verarbeitung gebunden. Natur und Kultur gehen Hand in Hand.“

Quelle: Landschaftspflegeverband Regensburg e. V.

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