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Regensburg: Kommunen „seniorengerecht“ gestalten

Pressemeldung vom 6. Mai 2015, 14:53 Uhr

Im Rahmen der Aktionswoche „Zu Hause daheim“ organisierte die Servicestelle für Senioren und Menschen mit Behinderung im Landratsamt Regensburg verschiedene Ortsbegehungen

Regensburg (RL). Schwer erkennbare Ecken, dunkle Bereiche, unüberwindbare Barrieren, Treppen und Kopfsteinpflaster erschweren das Leben von älteren Menschen und Menschen mit Behinderung und sind unter anderem auch ein Grund dafür, dass sich diese Menschen immer mehr zurückziehen. Die bayernweite Aktionswoche „Zu Hause daheim“ nahm die Servicestelle für Senioren und Menschen mit Behinderung des Landkreises Regensburg zum Anlass, um Ortsbegehungen zum Thema „seniorengerechte Kommune“ anzubieten und zu begleiten. Die Gemeinden Wenzenbach, Laaber und Brennberg nahmen dieses Angebot gerne an. Am Montagnachmittag inspizierten Vertreter aus verschiedenen Gremien gemeinsam mit Senioren und Angehörigen das Burgdörfchen Brennberg, welches schon topografisch eine große Herausforderung für die Betroffenen darstellt.

Eine große Gruppe versammelte sich am Montagnachmittag in Brennberg vor dem Rathaus. Bürgermeisterin Irmgard Sauerer begrüßte den Behindertenbeauftragten des Landkreises Regensburg, Martin Tischler aus Beratzhausen, den Leiter der Servicestelle für Senioren und Menschen mit Behinderung, Josef Seidl, sowie die Sachbearbeiterin der Seniorenstelle im Landratsamt Regensburg, Maria Reischl, samt Praktikantin Diana Spielmann. Die Ortsbegehung war besonders wertvoll, denn neben der Seniorenbeauftragten Helga Adlhoch waren auch viele Teilnehmer aus den verschiedenen Organisationen sowie erfreulich viele Senioreninnen und Senioren, auch mit Gehbehinderungen, samt Angehöriger gekommen. Auch die beiden zustängigen Ansprechpartnerinnen der Verwaltungsgemeinschaft Wörth an der Donau, Gabriele Hollschwandner und Karin Grasmeier, nahmen teil.

Wege, Plätze und Gebäude inspiziert

Die Teilnehmer machten sich, auftgeteilt in vier Gruppen, auf den Weg, um verschiedene Begebenheiten zu prüfen. Sie wurden jeweils von einigen Senioren begleitet, die auf bekannte Hindernisse aufmerksam machten. Maria Reischl, die Initiatorin der Ortsbegehungen, hatte hierzu auch einige „Hilfsmittel“ mitgebracht, wie einen Rollator, Rollstuhl, Anzüge mit Gewichten für Alterssimulatoren, Brillen, die die Sehschwäche oder ein eingeschränktes Sichtfeld simulieren und Meterstäbe, um ganz banal die Barrieren oder Höhenunterschiede auszumessen. Näher eingegangen wurde bei den Begehungen auch auf die wichtigsten öffentlichen Einrichtungen, wie Rathaus, Kirche, Pfarrheim, Schule, Bücherei und die Nahversorger mit Bank und Einzelhandel und Gastronomie.

Kleine Maßnahmen mit großer Wirkung

Bei der anschließenden Besprechung, wozu die Gemeinde ins Spital Brennberg einlud, wurden die Ergebnisse zusammengefasst und vorgestellt. Beim Abwägen zwischen Haltbarkeit und Schönheit entschied sich die Gemeinde damals beim Bau verschiedener Gehwege für ein Kopfsteinpflaster, was bei allen Besichtigungen als besonders ungünstig bewertet wurde. „Eine Qual, für den, der im Rollstuhl sitzt“, brachte es eine betroffene Seniorin auf den Punkt. Nicht nur, dass die Gehwege alleine im Rollstuhl unmöglich zu bewältigen sind, auch für die Angehörigen ist das Schieben eine Tortur. Auch für die Benutzung mit dem Rollator sei gerade die unebenen Wege sehr strapazierend für die Handgelenke.

Bei vielen Einrichtungen würden barrierefreie Zugänge oder auch Behindertenparkplätze fehlen. Einig war man sich, dass nicht nur die großen Baumaßnahmen, sondern auch schon kleine Verbesserungen wie Handläufe, eine bessere Beschilderung und Beleuchtung sowie die eine oder andere Ruhebank auf den langen, bergigen Straßen schon eine schnelle Verbesserung brächte, die sofort greifen würde. Hier will man auf jeden Fall ansetzen, war man sich einig. Erörtert wurden abschließend auch die vorhandenen Bushaltestellen sowie ein mögliches Mehrgenerationenhaus, bevor sich die Gemeinde Brennberg mit ihrer Bürgermeisterin und der Seniorenbeauftragten bei allen recht herzlich bedankte, insbesondere bei der Seniorenstelle des Landkreises wie auch bei Martin Tischler, der dieses Amt ehrenamtlich ausübt, und sich Zeit für die Aktionswoche genommen hat.

Quelle: Landratsamt Regensburg – Pressestelle

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