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Regensburg: Landrätin – Menschen mit Behinderung sollen sich bei uns wohl fühlen

Pressemeldung vom 12. Juni 2015, 08:23 Uhr

Thomas Kammerl stellte „Regensburg inklusiv“ im Landratsamt vor

Regensburg (mr). Vor sechs Wochen hatte Landrätin Tanja Schweiger zusammen mit Oberbürgermeister Joachim Wolbergs und 14 weiteren namhaften Firmen und Institutionen aus der Region die Erklärung „Lokales Bündnis für einen inklusiven Arbeitsmarkt“ der Initiative „Regensburg inklusiv“ unterschrieben. Auf Einladung der Landrätin stellte Projektleiter Thomas Kammerl von der Katholischen Jugendfürsorge der Diözese Regensburg e.V. das Projekt „Regensburg inklusiv“ den Führungskräften im Landratsamt vor. Der Landkreis ist Arbeitgeber für rund 800 Beschäftigte. „Wir wollen Arbeitnehmer mit Handicap unterstützen und nicht nur die gesetzlich vorgeschriebene Quote erfüllen“, betonte die Landrätin, die in einem ersten Schritt ihre Führungskräfte für das Thema Inklusion sensibilisieren möchte: „Ich könnte mir durchaus vorstellen, dass mehr Menschen mit Behinderung in Zukunft im Landratsamt arbeiten. Auch wir müssen unseren Beitrag leisten.“

Das Landratsamt soll auch für Besucher noch „inklusiver“ werden. „Menschen mit Handicap sollen sich bei uns wohl fühlen“, forderte Landrätin Tanja Schweiger. Ende Juli wird es deshalb im Landratsamt eine Expertenbegehung geben. Menschen mit Hör- und Sehbeeinträchtigungen, mit Lernschwierigkeiten, Rollstuhlfahrer und Psychiatrieerfahrene geben wertvolle Anregungen, wie Barrierefreiheit und leichtere Zugänglichkeit erreicht werden kann. Thomas Kammerl hatte solche Begehungen z.B. schon im Bürgerbüro Mitte und in der VHS der Stadt unternommen. „Man muss die Leute fragen, die es betrifft“, sagte Kammerl.

Er berichtete auch von den ersten Erfolgen des Projekts „Regensburg inklusiv“. So habe man einen Anstoß dazu gegeben, dass die Ostbayerische Technische Hochschule Regensburg zusammen mit der Caritas-Schwangerschaftberatung einen Prototyp eines Aufsatzes für Kinderwägen entwickelt hat, damit auch Rollstuhlfahrer einen Kinderwagen schieben können. Darüber hinaus gebe es jetzt eine Zusammenarbeit des Bayerischen Landes-Sportverbands der Oberpfalz mit dem Sportzentrum der Universität Regensburg, um verstärkt die Möglichkeit eines inklusiven Sportabzeichens anzubieten. Eine Masterarbeit beschäftigt sich demnächst mit dem Thema „inklusives Wohnen“ und auch Lehrerfortbildungen zum „inklusiven Unterricht“ wurden initiiert. Auch dem Thema leichte Sprache hat sich Thomas Kammerl gewidmet. So hat die Katholische Jugendfürsorge Regensburg auf Anregung von „Regensburg inklusiv“ das Büro für leichte Sprache „sag’s einfach“ gegründet. Vor allem Menschen mit Lernschwierigkeiten und Menschen mit eingeschränktem Sprachverständnis, z.B. nach einem Schlaganfall oder mit Demenz, verstehen dies leichter. „Viele der einzelnen Projekte sind durch die Vernetzung verschiedenster Akteure aus der Region erst zustande gekommen“, erklärte Kammerl: „Das Projekt lebt von unser aller Engagement!“

Das Projekt „Regensburg inklusiv“

„Ziel ist es, dass alle Menschen in Regensburg gleichberechtigt an allen Lebensbereichen teilhaben können. Uns geht es um ein selbstverständliches Miteinander von Menschen mit und ohne Behinderung. Mit Neugierde für den Alltag des Nachbarn, Kollegen, Mitarbeiters, Klassenkameraden etc. kann es gelingen, Barrieren im Kopf abzubauen und Regensburg so zu gestalten, dass alle gleichberechtigt und „un“behindert leben können“ (Thomas Kammerl)

Quelle: Landratsamt Regensburg – Pressestelle

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