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Regensburg: Sicherheit – Polizei und Landkreis setzten auf starke Präventionsarbeit

Pressemeldung vom 5. Juni 2012, 14:27 Uhr

Zweitsicherster Landkreis in Bayern

Regensburg. (RL) „Im Jahr 2011 gingen die Straftaten im Landkreis Regensburg im Vergleich zum Vorjahr um 4,3 Prozent zurück. 4.492 Straftaten wurden registriert“, berichtete Polizeipräsident Rudolf Kraus im Rahmen des jährlichen Sicherheitsgesprächs im Landratsamt Regensburg. Die Häufigkeitszahl, ein Wert, der die Anzahl der Straftaten pro 100.000 Einwohner wiedergibt und somit ein Indikator für die objektive Sicherheitslage ist, sank im Vergleich zum Vorjahr um 120 auf einen Wert von 2.444 im Landkreis Regensburg. Damit ist der Landkreis Regensburg nach dem Landkreis Eichstätt der zweitsicherste Landkreis in Bayern.

Landrat Herbert Mirbeth zeigte sich angesichts der positiven Zahlen sehr erfreut: „Man merkt, dass unsere intensive Präventionsarbeit vor allem durch das Jugendamt und Gesundheitsamt greifen“. Der Landrat hatte den Polizeipräsidenten zusammen mit seinem Führungsstab sowie Kreisbrandrat Waldemar Knott und Schulamtsdirektor Roland Hager ins Landratsamt eingeladen, um gemeinsam mit Abteilungs- und Sachgebietsleitern des Landratsamts die Sicherheitslage im Landkreis zu erörtern. „Das jährliche Gespräch zwischen Landratsamt und Polizei ist ein wertvoller Austausch“, betonte der Landrat. Gerade diese Vernetzung untereinander führe dazu, in Problemfällen schneller und zielgenauer zu reagieren. Überschneidungen zwischen Polizei und Landratsamt gebe es viele, beispielsweise mit dem Jugendamt, der Straßenverkehrsbehörde, dem Jagd- und Waffenrecht, dem Schulamt oder dem Gesundheitsamt.

„Die gute Sicherheitslage im Landkreis Regensburg ist ein Stück weit auf die gute Zusammenarbeit zwischen Polizei, Feuerwehren und Landratsamt zurückzuführen“, betonte Kraus, der sich beim Landrat vor allem für die umfassende Präventionsarbeit des Landkreises bedankte. Mirbeth sieht in den positiven Zahlen „die Früchte der gemeinsamen Arbeit“. Das Sicherheitstreffen wird auch weiterhin fester Bestandteil der Zusammenarbeit zwischen Polizei und Landratsamt bleiben.

Sicherheit in Zahlen

Die Vorstellung der neuesten Zahlen aus der Kriminalitätsstatistik 2011 zeichnen ein weitgehend positives Bild des Landkreises in punkto Sicherheit. „Der Polizei gelang es 2011 beinahe 60,3 Prozent der Straftaten aufzuklären“, informierte Kraus. Die Gewaltkriminalität weist mit 115 Fällen den niedrigsten Stand seit zehn Jahren auf, ebenso wie die Straßenkriminalität (941 Fälle), die Rauschgiftkriminalität (103 Fälle) und die Diebstahlkriminalität (1.382 Fälle). Einen leichten Rückgang gab es bei Vermögens- und Fälschungsdelikten. Hier nehme vor allem die Internetkriminalität zu. „Menschen bekommen Waren zugestellt, die sie gar nicht bestellt haben oder bezahlen diese auf der anderen Seite nicht“, so Kraus.

Acht Prozent weniger Verkehrsunfälle

Die Verkehrsunfallzahlen 2011 entwickelten sich für den Landkreis Regensburg ebenfalls positiv. „2011 wurden insgesamt 4.630 Verkehrsunfälle aufgenommen, davon 733 mit Personenschäden“, berichtete der Leitende Polizeidirektor Stephan Kirsch. Die Reduzierung der Unfalltoten von 19 im Jahr 2010 auf 12 im Jahr 2011 sei erfreulich. „Hauptunfallursachen war nicht angepasste Geschwindigkeit und Alkohol am Steuer“, so Kirsch. Die Polizei kündigte an, den Kontrolldruck durch Geschwindigkeitsmessungen und Alkoholkontrollen zu verstärken.

Präventionsarbeit trägt Früchte

Die Inspektionsleiter aus Nittendorf, Regenstauf und Wörth a. d Donau bestätigten den Landkreistrend und meldeten ebenfalls rückläufige Kriminalitätsraten. Klaus Baumer, PI-Leiter von Regenstauf bestätigte, dass seine Beamten deutlich weniger Ärger mit Jugendgruppen hatten. „Wir spüren hier den Einsatz der Streetworkerin des Vereins für Jugendarbeit“, so Baumer. Jakob Schels, PI-Leiter von Nittendorf erklärte, dass man 2011 mit 926 Fällen die geringste Zahl aller Delikte seit der Gründung der PI-Nittendorf 1988 vorweisen könne. Vor allem die gute Integrationsarbeit in Hemau und Nittendorf trage dazu bei. Lediglich Josef Kugelmeier, PI-Leiter von Neutraubling musste einen Anstieg der Kriminalitätsrate um 4,9 Prozent melden. Mit 1.896 Fällen werden rund ein Drittel der Straftaten des Landkreises im Zuständigkeitsbereich der PI-Neutraubling verübt. Eine starke Zunahme der Fahrraddiebstähle (108) und zahlreiche Fahrzeugbeschädigungen führten unter anderem zu dem Wert.

Problem Crystal Speed

Bedenklich sei die Entwicklung im Bereich der neuen Drogen, wie Crystal Speed. „Konsumenten dieser Drogen tauchen zunehmend in den Beratungsstellen auf“, informierte Helga Salbeck von der Suchtberatungsstelle des Landratsamts. Die Drogen würden teilweise in transportablen Labors in Tschechien hergestellt, informierte Kriminaldirektor Klaus Bachl: „Das Suchtpotential ist sehr hoch und die Einnahme der Droge führt in kurzer Zeit zu schweren Gesundheitsschäden“. Die Präventionsarbeit hierzu läuft bereits an den Schulen, informierte Schulamtsdirektor Roland Hager.

Beispiel der Zusammenarbeit „jugendlicher Drogenkonsument“
Hier greifen Polizei und Landratsamt Hand in Hand

Ein jugendlicher Drogenkonsument wird durch die Polizei aufgegriffen. Die Polizei informiert das Gesundheitsamt. Ein Mitarbeiter des Gesundheitsamts bietet dem Jugendlichen die Teilnahme an Programm FRED (Frühintervention bei erstauffälligen Drogenkonsumenten) an. Auch Seminare für die Eltern von Betroffenen werden angeboten. Die Polizei informiert auch das Jugendamt darüber, in welchen Bereichen schwerpunktmäßig immer wieder Jugendliche mit Drogen erwischt werden. Das Jugendamt entsendet dorthin einen Streetworker, der versucht, Zugang zu den Betroffenen zu bekommen und Präventionsarbeit zu betreiben.

Quelle: Landratsamt Regensburg – Pressestelle

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