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Regensburg: Sicherheitsgespräch mit Polizei – Präventionsarbeit ausbauen

Pressemeldung vom 28. Mai 2010, 09:01 Uhr

Landkreis bei Sicherheit mit an Bayerns Spitze

Wörth. (RL) „Der Landkreis Regensburg ist der zweitsicherste Landkreis in Bayern“, dies erklärte Polizeipräsident Rudolf Kraus beim Sicherheitsgespräch des Landkreises, zu dem Landrat Herbert Mirbeth Vertreter des Polizeipräsidiums und die Leiter der Polizeiinspektionen in das Rondellzimmer des Schlosses Wörth a. d. Donau eingeladen hatte. Kraus berief sich auf die vor kurzem veröffentlichten Kriminalstatistiken 2009. Nur der Landkreis Würzburg hatte mit 2.585 eine geringere Häufigkeitszahl (bekannt gewordenen Straftaten pro 100.000 Einwohner) als der Landkreis Regensburg (Häufigkeitszahl 2.678). Damit belege der Landkreis Regensburg in Bayern den hervorragenden 2. Platz in Sachen Sicherheit.

Im gesamten Landkreis kam es allerdings zu einem Anstieg der Delikte um 2,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. „Erfreulich ist der Rückgang bei den Gewaltdelikten um 5,8 Prozent. Im Bereich der Straßenkriminalität, insbesondere bei den Sachbeschädigungen, wurde hingegen einen Anstieg um 7,4 Prozent zum Vorjahr verzeichnet“, berichtete Michael Liegl, Leitender Polizeidirektor. Für den Bereich Nittendorf konnte Inspektionsleiter Jakob Schels diese Tendenz bestätigen. „Trotz sinkender Deliktszahlen in Nittendorf konnte kein Rückgang bei Straßenkriminalitätsdelikten verzeichnet werden“, so Schels. Ähnlich sehe es im Bereich Neutraubling aus. „Wir hatten insgesamt einen leichten Anstieg der Kriminalitätsrate, dem jedoch auch ein Anstieg in der Aufklärungsquote gegenüber stand“, informierte Markus Fuchs von der Polizeiinspektion Neutraubling.

Medienkompetenz trainieren
Diskutiert wurde eindringlich über die verschiedenen neuen Formen von Kriminalität, die durch das Internet begünstigt werden. Der Chat im Internet werde z.B. dazu missbraucht, sich zu Massenschlägereien zu verabreden, informierte Jugendamtsleiter Karl Mooser. Auch würde das Internet von vielen Jugendlichen viel zu sorglos verwendet. Viele veröffentlichen darin fast alles über die eigene Person. „Wir müssen die Eltern und Kinder im Bereich Medienkompetenz besser fortbilden“, betonte Landrat Herbert Mirbeth: „Wenn Jugendliche z.B. Bilder von sich zeigen, auf denen sie besoffen abgebildet wurden, verbauen sie sich selbst möglicherweise ihre berufliche Zukunft. Wenn die Personalabteilung vorher recherchiert, wird sie von so einem Angestellten nicht begeistert sein.“ Lebenshilfe habe den gleichen Stellenwert wie die Wissensvermittlung, betonte Mirbeth. Zusammen mit den Schulen und Eltern wolle man die Kinder und Jugendlichen verstärkt für den Umgang mit dem Internet sensibilisieren.

Projekt HaLT zur Alkoholprävention

Dr. Heinrich Körber, Leiter des Gesundheitsamts im Landratsamt Regensburg, stellte das Alkoholpräventionsprojekt HaLT (Hart am Limit) vor. „Wir bieten Kindern und Jugendlichen, die bereits eine Alkoholvergiftung hatten, präventive Beratung. Darüber hinaus klären wir über die Risiken von übermäßigem Alkoholkonsum auf“, erklärte Dr. Körber. Im Jahr 2000 seien noch 9.500 junge Menschen zwischen zehn und 20 Jahren in Deutschland mit Alkoholvergiftungen im Krankenhaus behandelt worden. Bis zum Jahr 2007 habe sich die Zahl mit 23.100 Fällen mehr als verdoppelt. Ziel des Projekts HaLT sei es, Jugendliche mit übermäßigem Alkoholkonsum systematisch zu erreichen und deren Eltern zu unterstützen, so Dr. Körber. Polizeipräsident Kraus lobte das Projekt und warb dafür, dass Polizei und Landkreis sich weiterhin für die Alkoholprävention einsetzen. Hierbei sagte Landrat Herbert Mirbeth seine Unterstützung zu.

Amokläufe verhindern

Der Amoklauf von Winnenden vor einem Jahr hatte Nachahmungsaktionen im ganzen Land ausgelöst. Die Thematik Bedrohungslagen vor dem Hintergrund einer möglichen Amoksituation war deshalb auch Gegenstand der Besprechung insbesondere in Bezug auf die Zusammenarbeit Schulen und Polizei.

Landrat und Polizeipräsident waren sich einig, dass die kontinuierlich gute Zusammenarbeit in den letzten Jahren dazu beigetragen habe, dass gerade bei den Gewaltdelikten sinkenden Zahlen zu verzeichnen seinen. „Wir sollen die erfolgreiche gemeinsame Präventionsarbeit zur Verbesserung der Sicherheit im Landkreis fortsetzen und ausbauen“, erklärte Landrat Herbert Mirbeth.

Häufigkeitszahlen – Vergleichswerte

Landkreise mit einer benachbarten Großstadt in Bayern mit ähnlicher Struktur wie der Landkreis Regensburg

Landkreis Würzburg: 2.585

Landkreis Regensburg: 2.678

Landkreis Eichstätt: 2.697

Landkreis Erding: 3.627

Landkreis Augsburg: 3.927

Landkreis Freising: 4.058

Landkreis Nürnberg Land: 4.301

Quelle: Landratsamt Regensburg – Pressestelle

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