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Regensburg: „Sie erhalten mit ihrem Einsatz das Gesicht Bayerns“

Pressemeldung vom 7. Juli 2015, 08:24 Uhr

Bayerische Denkmalschutzmedaille ging zweimal in den Landkreis Regensburg

Regensburg (RL). Am vergangenen Freitag hat Bayerns Wissenschaftsminister Dr. Ludwig Spaenle im Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege in München rund 30 Persönlichkeiten und Institutionen, die sich im Bereich des Denkmalschutzes und der Denkmalpflege besonders verdient gemacht haben, die Bayerische Denkmalschutzmedaille verliehen. Auch der Landkreis Regensburg darf auf zwei Preisträger stolz sein: auf das Ehepaar Semmler aus Hemau und auf den ehemaligen Bundestagsabgeordneten Benno Zierer aus Obertraubling.

Während Andrea und Thomas Semmler die hohe Auszeichnung bei bestem Sommerwetter selbst in Empfang nehmen konnten, war es Benno Zierer leider nicht möglich gewesen, persönlich nach München zu kommen. Landrätin Tanja Schweiger hatte eigens Kulturreferent Dr. Thomas Feuerer nach München geschickt, um den Preisträgern ihre Glückwünsche zu überbringen. „Ich weiß, dass Denkmalpflege kein Selbstzweck ist, sondern ein wichtiger Beitrag zum Erhalt unseres kulturellen Erbes“, so die Landrätin. „Ich weiß aber auch, dass es unglaublich viel Idealismus braucht, um ein historisches Gebäude denkmalgerecht zu erhalten oder wieder instand zu setzen.“

Bei dem rund einstündigen Festakt machte Minister Dr. Spaenle die Bedeutung der Preisträger für den Freistaat deutlich: „Die Preisträgerinnen und Preisträger erhalten mit ihrem Einsatz das Gesicht Bayerns.“ Und er ergänzte: „Das private Engagement der Bauherren und Heimatpfleger, der archäologischen Vereine und Geschichtsvereine ist eine wichtige Säule des Kulturstaats Bayern und verdient Respekt.“ Mit der Verleihung der Denkmalschutzmedaille werde dies auch deutlich. Zuvor hatte Generalkonservator Mathias Pfeil in seiner Begrüßung betont: „Denkmäler machen unsere Orte und Kultuslandschaften lebenswert. Die Preisträger der Denkmalschutzmedaille tragen mit ihrem Engagement dazu bei, das liebenswerte Gesicht Bayerns zu erhalten.“

Andrea und Thomas Semmler wurden für die Instandsetzung des Weismannstadels in Hemau ausgezeichnet

Der Weismannstadel stammt aus dem Jahr 1824 und wurde in der sogenannten Jurabauweise errichtet, als Scheune mit Kalkplattendach. Jurahäuser prägten bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts das Altmühlgebiet und die südwestliche Oberpfalz. Der Weismannstadel in Hemau stand viele Jahre lang leer und war vom Verfall bedroht.

Ab 2007 setzte sich das Ehepaar Semmler im neu gegründeten Verein Kulturstadel Hemau e. V. für den Erhalt des Jurastadels ein. Doch erst das außergewöhnlich große ideelle und finanzielle Engagement des Ehepaars rettete den Stadel: Als sich 2009 abzeichnete, dass das Vereinsprojekt nicht zustande kommen würde und der Abriss des Gebäudes unmittelbar bevor stand, entschlossen sich Andrea und Thomas Semmler kurzerhand zum Kauf des Objekts. In vielen Stunden Eigenleistung haben die beiden mit ausgewiesenen Fachfirmen das Denkmal auf handwerklich höchstem Niveau instand gesetzt. Reparaturbedürftig waren insbesondere das Mauerwerk, die Holzkonstruktionen im Inneren und das Dachwerk sowie die steinerne Dachhaut. Andrea und Thomas Semmler haben mit viel Liebe zu ihrem Denkmal und Rücksicht auf seine Besonderheiten gearbeitet. Nach rund drei Jahren Sanierungszeit wurde der Weismannstadel eingeweiht.

Seit 2014 finden in dem Jurastadel Familienfeiern und kulturelle Veranstaltungen statt. Die erfolgreiche Rettung dieses für das Ortsbild Hemaus wichtigen Baudenkmals hat die Region um ein außergewöhnlich sorgfältig instand gesetztes Denkmal bereichert. Für ihr mutiges und engagiertes Projekt wurden Sie mit der Denkmalschutzmedaille ausgezeichnet.

Benno Zierer, ehemaliger MdB, erhielt die Auszeichnung für die Instandsetzung von Schloss Alteglofsheim und Begründung der 3. Bayerischen Musikakademie

Benno Zierer ist die Rettung von Schloss Alteglofsheim und die Begründung der Dritten Bayerischen Musikakademie zu verdanken. Schloss Alteglofsheim gilt als einer der prachtvollsten Adelssitze des Spätbarocks in Altbayern und als Kleinod regionaler Baukultur. Die an diesem Bauwerk tätigen Baumeister und Künstler – die Brüder Asam, François Cuvilliés und Johann Baptist Zimmermann – sprechen für die herausgehobene Stellung dieses Denkmals.

Bereits 1986 setzte sich Benno Zierer politisch dafür ein, das damals in einem katastrophalen Zustand befindliche Schloss Alteglofsheim wieder zu beleben. Nach drei Jahren wurde dem Konzept einer Musikakademie zugestimmt. 1992 begannen schließlich die Sanierungsarbeiten, die 2002 abgeschlossen wurden. Oberstes Ziel der Sanierung war es, dem Schlosskomplex wieder eine harmonische Gestaltung zu verleihen. Die Fassaden und die Innenräume wurden vorbildlich instand gesetzt. Die sorgfältige Aufarbeitung der Raumschalen und der historischen Fenster runden das denkmalpflegerische Restaurierungskonzept ab. Die denkmalpflegerische Qualität der Innenausstattung wird in der Raumflucht der „Schönen Zimmer“ und dem kleinen Ovalsaal der Gebrüder Asam erlebbar. Historische Kachelöfen und Wandgemälde ergänzen das in sich stimmige Gesamtbild.

Benno Zierer brachte die Finanzierung des Großprojekts auf den Weg, verwaltete und verantwortete die zehnjährige Sanierung. Hierzu gründete er 1990 einen Förderkreis und 1991 den Zweckverband „Dritte Bayerische Musikakademie“, in dem Staat, Landkreis und Kommune bis heute an einem Strang ziehen. Zur Würdigung dieser Lebensleistung im Sinne der Denkmalpflege erhält Benno Zierer die Denkmalschutzmedaille.

Quelle: Landratsamt Regensburg – Pressestelle

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