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Regensburg: Suchtarbeitskreis beschäftigte sich mit „Legal Highs“

Pressemeldung vom 9. Dezember 2015, 15:52 Uhr

Regensburg. (RL) Das Thema „Neue psychoaktive Substanzen – NPS“ stand im Fokus der Sitzung des Suchtarbeitskreises, zu der rund 60 Mitglieder ins Regensburger Landratsamt gekommen waren. Bei den Neuwahlen der Vorstandschaft und der beratenden Arbeitsgruppe „Planungs- und Koordinierungsausschuss“ wurde Prof. Dr. Norbert Wodarz als Vorsitzender bestätigt, ebenso seine Vertreterin Helga Salbeck (Gesundheitsamt).

Prof. Dr. Norbert Wodarz, Leiter des Zentrums für Suchtmedizin am Bezirksklinikum Regensburg, gab einen umfassenden Überblick über neue chemische Drogen. Obwohl diese Substanzen unter harmlos klingenden Namen wie Kräutermischungen oder Badesalze vermarktet würden, könne man nicht davon ausgehen, dass die Inhaltsstoffe harmlos oder nicht verboten sind. Bezeichnungen wie „Legal Highs“ erweckten den Anschein, dass die Droge legal sei, da die chemische Zusammensetzung sehr schnell verändert werden könne und dann nicht mehr unter das Betäubungsmittelrecht falle. Die chemischen Nachbauten von natürlichen Drogen würden in der Regel deutlich stärker wirken, Wirkungen und Nebenwirkungen schwer berechenbar werden.

Unter dem Sammelbegriff „Badesalze“ würden sich Legal Highs verbergen, deren Inhalte zum Teil noch nicht unter das Betäubungsmittelgesetz fallen, außerdem Research Chemicals, Designer Drogen und amphetaminähnliche Stoffe. Im Suchthilfesystem konsumierte etwa ein Prozent der Patienten NPS. Sie würden vorwiegend im Bereich der Notfallversorgung auffallen, wenn es zu einer Überdosierung oder problematischen Nebenwirkungen komme. Laut Wodarz teilen sich die Konsumenten in unterschiedliche Kategorien auf wie zum Beispiel Gelegenheitskonsumenten oder „Allesnehmer“. Die Herausforderung bestehe unter anderem darin, Konsumenten über die Gefahren zu informieren und bei Bedarf an das Suchthilfesystem heranzuführen.

Celine Schulz-Fähnrich (Sozialpädagogin B.A.) von der Caritas Fachambulanz Regensburg stellte mit ihren Unterstützern („Peers“) das Projekt „mindzone“ vor. Mindzone arbeitet mit Infoständen bei Festivals. Den Peers werde eine hohe Glaubwürdigkeit und Akzeptanz entgegengebracht. Ihr Ziel sei es, mit den Partybesuchern ins Gespräch zu kommen. Mindzone soll den Einstieg in den Konsum von illegalen Drogen verhindern, den Ausstieg aus riskanten Konsummustern unterstützen und für einen verantwortungsvollen Umgang mit legalen Drogen sensibilisieren.

Auszeichnung mit dem Weißen Engel:

Bereits am 30. November 2015 waren die Mitglieder des Suchtarbeitskreises Regensburg, Gerd Schmücker (Arbeitsgruppe Nachsorge) und Reinhard Wührl (AG Sucht und Arbeitswelt) von Staatsministerin Melanie Huml mit dem Weißen Engel ausgezeichnet worden: einer Anerkennung für kontinuierliches Engagement im ehrenamtlichen Bereich für Gesundheit. Prof. Dr. Wodarz bedankte sich bei beiden für ihre jahrelange Mitarbeit im Suchtarbeitskreis und in der Suchtselbsthilfe und überreichte jedem ein kleines Präsent.

Quelle: Landratsamt Regensburg – Pressestelle

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