Energiewechsel

Regensburg: Vom sprechenden Notfallkoffer zum Elektroroller, der sich beim Fahren auflädt

Pressemeldung vom 12. Mai 2010, 14:59 Uhr

Junge Forscher im Landratsamt geehrt
Regensburg. (RL) Acht junge Forscherinnen und Forscher aus dem Landkreis Regensburg, die alle schon die wissenschaftliche Neugier eines Albert Einstein zeigen, aber noch zur Schule gehen, hatte Landrat Herbert Mirbeth in das Landratsamt eingeladen. Bernhard Dendorfer, Liesel Geissler, Johannes Burger, Isabella Bambach, Julius Kupfer, Lukas Loew, Maximilian Lintl und Maximilian Kellringer hatten am 15. Regionalwettbewerb „Jugend forscht“ teilgenommen und stellten ihre Erfindungen dem Landrat vor.

Die Erfinder
Julius Kupfer (16) aus Lappersdorf besucht die 9. Klasse des Privat-Gymnasiums Pindl e.V. in Regensburg. Zusammen mit zwei Schulkameraden hat er ein Computermodell entwickelt, mit dem man feststellen kann, welcher Standort für die Aufstellung von Windkraftanlagen am Besten ist. Hierzu hat Kupfer in regelmäßigen Abständen Luftballons mit Helium aufsteigen lassen, die Flugbahn mit einer Videokamera aufgenommen und die Kurven mit dem Computer ausgewertet.

Maximilian Kellringer (16) aus Wenzenbach besucht die 10. Klasse des Privat-Gymnasiums Pindl e. V. in Regensburg. Zusammen mit zwei Schulkameraden beobachtete er, dass Brombeer-Sträucher trotz ihrer dünnen Strünke sehr stabil und elastisch sind. An der Universität hat er verschiedene Formen von Hölzern untersucht und festgestellt, dass die fünfeckige Struktur von Brombeer-Strünken für deren Stabilität verantwortlich ist. Hier stellte er auch fest, dass das Fünfeck stabiler als ein Kreis oder ein Viereck ist. Auch die Industrie hat erstes Interesse an den Ergebnissen der Forscher gezeigt.

Lukas Loew (15) aus Sinzing besucht die 9. Klasse des Privat-Gymnasiums Pindl e. V. in Regensburg. Zusammen mit zwei Schulkameradinnen hat er einen Ventilator ohne Energieeinsatz in Bewegung versetzt. Er hat hierzu ein Windrad in einen Glaskolben gesetzt, die Flächen der Windräder auf der einen Seite schwarz, auf der anderen Seite weiß bemalt. Durch die schnellere Erwärmung der schwarzen Flächen begann sich das Windrad (Motor) zu drehen. Die freigesetzte Energie wurde für den Ventilator benutzt.

Johannes Burger (11) aus Obertraubling besucht die 5. Klasse des Gymnasiums in Neutraubling. Im Gymnasium hatte die Klasse Mungobohnen keimen lassen. Nach einer Woche wurde eine Auswertung gemacht und gleichzeitig entstand die Idee, dass man durch eine Vertiefung dieser Erkenntnisse sich am Wettbewerb „Jugend forscht, Schüler experimentieren“ beteiligen könnte. Burger untersuchte die unterschiedliche Keimung von Mungobohnen, zum einen mit Schneewasser von der Straße, zum anderen mit Schneewasser vom Garten. Blatt- und Wurzelgrößen wurden dabei regelmäßig gemessen und statistisch aufbereitet. Burger wurde Regionalsieger im Fachbereich „Biologie“.

Bernhard Dendorfer (15) aus Brennberg besucht die 9. Klasse des Werner-von-Siemens-Gymnasiums in Regensburg. Dendorfer war bereits 2008 mit dabei, damals mit dem Thema „Die Rakete, angetrieben von Wasser und Luft“. Diesmal baute er an einen gewöhnlichen Roller einen Elektromotor an, dessen Batterie sich beim Fahren wieder auflädt. Er wurde Regionalsieger im Fachbereich „Arbeitswelt“.

Maximilian Lintl (19) aus Deuerling untersuchte an der Fachhochschule die Bedeutung des Neigungswinkels für die Reißfestigkeit von Carbon.

Isabella Bambach (16) aus Waldetzenberg und Liesel Geissler (15) aus Wenzenbach besuchen beide die 10. Klasse des Privat-Gymnasiums Pindl e. V. in Regensburg. Beide haben auf Grußkartenmodulen Texte aufgenommen. Diese wurden mit einem Lautsprecher versehen und mit Knöpfen verlötet. Im Anschluss darauf wurde dies auf einen Notfallkoffer angebracht. Der „sprechende Notfallkoffer“ soll Leuten dienen, die in Notfallsituationen nicht mehr genau wissen, wie man richtig reagieren muss.

„Euere Arbeit, die ihr neben dem Schulalltag geleistet habt und euer Erfindergeist verdienen höchste Anerkennung“, betonte Mirbeth, der von den vielfältigen neuen Ideen der Schüler beeindruckt war. Als Dank überreichte der Landrat den Erfindern Büchergutscheine im Wert von jeweils 25 Euro. Auch bei den Eltern und Lehrern, die ebenfalls zur Feierstunde geladen waren, bedankte sich der Landrat: „Sie sind so wichtig wie der Humus und die Nährstoffe für eine Pflanze. Ohne Ihre Unterstützung hätten sich diese Ideen nicht so wachsen und entfalten können.“
Die Wirtschaftsförderung des Landkreises werde auch in Zukunft dazu beitragen, die Voraussetzungen für junge Tüftler zu verbessern, betonte Mirbeth. Ein Problem stelle immer noch die Nutzung von Spezialgeräten dar, die an den Schulen oder zu hause nicht vorhanden seien, erklärten Eltern und Lehrer. Um den Jungforschern den Zugang zu den Laboren an den Hochschulen und zu den Werkstätten der Betriebe zu erleichtern, wird die Wirtschaftsförderung Gespräche mit den Hochschulen und Betrieben führen und eine Liste mit Ansprechpartnern erstellen, an die sich Schüler und Lehrer wenden können.
Das erste Treffen mit jungen Forschern vor zwei Jahren hatte bereits den Anstoß dazu gegeben, den Arbeitskreis Technik und Jugend auf Landkreisebene zu gründen. „Das Gymnasium Neutraubling hat seitdem z. B. ein verpflichtendes Betriebspraktikum in der 9. Klasse eingeführt, die Haftpflichtbeiträge für die Schüler übernimmt hierfür der Landkreis Regensburg und die Wirtschaftsförderung unterstützte bei der Suche nach Praktikumsstellen“, informierte German Sperlich von der Wirtschaftsförderung des Landkreises. Darüber hinaus wurden die Berufsinformationstage an den Schulen im Landkreis eingeführt, bei der Unternehmen aus der Region die Schüler über verschiedene Ausbildungsmöglichkeiten informieren.

Ansprechpartner für junge Erfinder im Landkreis:
Landratsamt Regensburg, Wirtschaftsförderung, Altmühlstr. 1, 93059 Regensburg,
Tel.: 0941 / 4009-593, Email. wirtschaft@landratsamt-regensburg.de

Quelle: Landratsamt Regensburg – Pressestelle

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