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Starnberg: Gärtnern ohne Torf

Pressemeldung vom 23. Juni 2015, 16:02 Uhr

Gartenbauvereine lassen sich vom torffreien Gärtnern überzeugen

Jürgen Ehrhardt, Kreisfachberater für Gartenkultur und Landespflege, hat gemeinsam mit dem Kreisverband für Gartenbau Starnberg für die Vorstandsmitglieder der Gartenbauvereine im Landkreis eine Exkursion zum Thema „Gärtnern ohne Torf“ unternommen. In der Kompostieranlage Hadorf erfahren sie, wie direkt in ihrer Umgebung hochwertige Gartenerde ohne Torf entsteht. Bei den „Auinger Schmuckstauden“ in Wörthsee können sie sich vom prächtigen Gedeihen der weitgehend torffrei produzierten Pflanzen überzeugen.

30 Hobbygärtner sind erstaunt, als sie den Ausführungen von Simon Hirschauer, Betreiber der Kompostieranlage Hadorf, folgen. Er erläutert anschaulich, wie aus 12.000 Tonnen Grüngut im Jahr wertvollste Komposterde wird. Hygiene, das heißt Unkrautfreiheit und Gütezertifizierung spielen dabei eine große Rolle. Die Komposterde wird vor Ort mit Zuschlagstoffen, wie Oberboden und Sand (aber ohne Torf) zu einer humusreichen Gartenerde gemischt, die allen Anforderungen für Pflanzen in der Freilandkultur entspricht.

Seine Ausführungen werden von Bernhard Korilla, Inhaber der „Auinger Schmuckstauden“ aus Wörthsee bestätigt. In seinem Betrieb werden die Pflanzen noch selbst vermehrt. „Zur Anzucht meiner Stecklinge brauche ich nur noch kleine Mengen Torf. Die feinen Adventivwurzeln der Stecklinge, die wir aus unserem umfangreichen Mutterpflanzenquartier gewinnen, sind sehr empfindlich. Man kann deshalb nicht ganz auf die feinsten Torffasern verzichten. Die übrige Kulturführung geschieht danach jedoch komplett torffrei“, so Korilla. Er verwendet eine fertig angelieferte torffreie Erde, welche unter anderem aus Holzfasern, Kompost und Ziegelbruch besteht und setzt seine Jungpflanzen von Anfang an in relativ große 1,5 Liter Töpfe, so dass die Pflanzen in der Sommerhitze nicht so schnell austrocknen. „Mit Hornspänen und organischem Dünger wird einmal im Jahr nachgedüngt und die Stauden gedeihen auch im torffreien Substrat prächtig.“

Davon konnten sich die Gartenbaumitglieder dann auch gleich selbst überzeugen. Denn die Exkursion führte sie zum Ortsrand von Auing, in den Betrieb von Korilla. Etwa 1.000 Sorten und Arten finden sich auf dem Gelände, darunter alleine 150 verschiedene Elfenblumensorten, eine wunderschöne, zart blühende, bodendeckende Staude für den Halbschatten.

Mit der Exkursion wollten die Veranstalter dafür sensibilisieren, wie einfach es ist, torfhaltige Erde durch torffreie zu ersetzen. Torfhaltige Garten- und Blumenerden belasten bei ihrer Produktion Natur und Klima. Daher sollte man gerade im eigenen Garten auf torffreie Produkte ausweichen. Mehr Hintergrundinformationen zum Thema auch auf www.lk-starnberg.de/torffrei.

Quelle: Landratsamt Starnberg

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