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Starnberg: L(i)ebenswertes Leben

Pressemeldung vom 18. Juni 2015, 15:58 Uhr

Fotoausstellung über Menschen mit Down-Syndrom

Am Montag, 29. Juni um 19.00 Uhr wird die Ausstellung „L(i)ebenswertes Leben“, eine Fotoausstellung über Menschen mit Down-Syndrom im Starnberger Landratsamt von Landrat Karl Roth und den Initiatoren Patrizia und Thomas Vogl eröffnet.
Die Ausstellung zeigt Menschen mit Down-Syndrom in ihrer natürlichen Lebenswelt, also in der Familie, der Schule, am Arbeitsplatz, bei ihren Hobbies…. Man sieht glückliche, wie auch sensible Bilder von Kindern und Erwachsenen mit Down-Syndrom in deren Alltag. Sie sollen den Betrachter sensibilisieren und aufklären. Positive Botschaften und realistische Informationen über das Leben von und mit Menschen mit Down-Syndrom sollen vermittelt werden. Die Ausstellung zeigt mehr Können, als das Umfeld vermutet. Mehr Zutrauen, als man sich selber traut und nicht zuletzt: Mehr Lebensfreude, als häufig geglaubt wird. Alle 20 „Modells“ sind aus der unmittelbaren Umgebung. Aus Starnberg-Ammersee, München, Bad Tölz-Wolfratshausen.
Etwa 30.000 bis 50.000 Menschen in Deutschland haben ein Chromosom mit der Nummer 21 mehr. Diese genetische Ausstattung wird daher neben dem Begriff Down-Syndrom auch als Trisomie 21 bezeichnet. In den letzten Jahren wurden die vorgeburtlichen Untersuchungen für schwangere Frauen mit einem einfachen Bluttest auf Trisomie 21 erweitert. Bei einem positiven Befund müssen werdende Mütter und Väter über Leben und Tod ihres Kindes entscheiden. Die Diagnose Trisomie 21 ist heute eine anerkannte Indikation zum Abbruch der Schwangerschaft. Dieser Automatismus ist für Angehörige und Menschen mit Down-Syndrom unakzeptabel und unverständlich, da oftmals neben der medizinischen Indikation keine weitere Unterstützung angeboten wird. In der Praxis werden mittlerweile Schwangere dafür verantwortlich gemacht, ein gesundes und mit allen Möglichkeiten der Medizin abgeklärtes Baby zu bekommen. Mehr als Dreiviertel der Eltern eines Kindes mit Down-Syndrom sieht sich heute nach der Geburt mit der Frage konfrontiert, warum keine pränatale Diagnostik in Anspruch genommen wurde. Die Initiatoren der Ausstellung wollen nicht urteilen. Sie wollen neben den medizinischen Details auch menschliche Einblicke in das Leben mit Down-Syndrom geben. Patrizia und Thomas Vogl: „Zugegeben, wir waren auch geschockt, als wir die Diagnose drei Tage nach der Geburt unseres Sohnes Simon erhalten haben. Heute, 13 Jahre später, sind wir glücklich, dass Simon unser Leben und das seiner Umgebung bereichert“.
Konzeption und künstlerische Gestaltung: Fotografin Josée Lamarre aus Wolfratshausen. Die Organisation der Wanderausstellung erfolgte durch die Eltern des 13-jährigen Simon mit Down-Syndrom, Patricia und Thomas Vogl.
Die Ausstellung ist vom 25. Juni bis 10. Juli im Landratsamt Starnberg, Strandbadstraße 2, 82319 Starnberg zu besichtigen.

Quelle: Landratsamt Starnberg

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