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Universitätsklinikum Regensburg: Der Weg durch das Blutgefäß

Pressemeldung vom 11. Juli 2016, 13:31 Uhr

Erkrankungen minimal-invasiv über Blutgefäße behandeln – möglich wird dies durch interventionsradiologische Verfahren. Als neuer Vorstand der Fachgesellschaft setzt sich Professor Dr. Christian Stroszczynski, Direktor des Instituts für Röntgendiagnostik des Universitätsklinikums Regensburg (UKR), für einen Ausbau der medizinischen Versorgungsstruktur in diesem Bereich ein.

Der neue Vorstand der Deutschen Gesellschaft für Interventionelle Radiologie und minimalinvasive Therapie (DeGIR) kommt aus Regensburg. Für zwei Jahre, bis 2018, übernimmt Professor Dr. Christian Stroszczynski das Amt. „Der Interventionelle Radiologe ist als Teamplayer heute Garant für qualitativ hochwertige minimal-invasive Eingriffe in zahlreichen interdisziplinären Behandlungszentren. In meiner Amtszeit werde ich mich dafür einsetzen, das Wissen über effektive interventionsradiologische Methoden in der Öffentlichkeit und bei niedergelassenen Ärzten zu fördern sowie die Qualitätssicherung weiter auszubauen“, erläutert Professor Stroszczynski.

Die Interventionelle Radiologie ist ein relativ junges Teilgebiet der diagnostischen Radiologie und auf Therapiemaßnahmen fokussiert. Dabei werden unter Bildsteuerung mittels Ultraschall, Computertomographie oder Magnetresonanztomographie therapeutische Eingriffe durchgeführt. Hierzu zählen unter anderem die Eröffnung von Gefäßverschlüssen durch das Setzen von Stents oder Ballonkathetern, die Implantation von Portsystemen oder Ernährungssonden sowie die gezielte Verödung von Gefäßen wie es bei manchen Tumoreingriffen nötig ist.

Wenig belastend und schnell – Patienten profitieren

In der modernen Medizin spielt die Interventionelle Radiologie eine immer bedeutendere Rolle. Wo früher langwierige Krankenhausaufenthalte notwendig waren oder aufgrund von Gefäßverschlüssen Gliedmaßen abgenommen werden mussten, kann heute dank Interventioneller Radiologie in minimal-invasiven Eingriffen mit geringem Aufwand geholfen werden. Patienten profitieren von einem in der Regel nur kurzen stationären Aufenthalt im Krankenhaus. Die Eingriffe finden zumeist unter örtlicher Betäubung statt und hinterlassen keine Narben. „Für mich als Arzt ist es nach wie vor faszinierend, dass die Blutgefäße des Patienten hervorragende Arbeitskanäle für Behandlungen zahlreicher Erkrankungen vom Gehirn bis zur Großzehe bilden, ohne dass der Körper Schmerzen empfindet oder geschädigt wird“, merkt Professor Stroszczynski an. Da aufwändige Operationen oder kostenintensive medikamentöse Behandlungen vermieden werden, können die Eingriffe zudem zu einer Entlastung des Gesundheitssystems beitragen.

Um Patienten gerade bei schweren Erkrankungen wie Tumoren die individuell beste Therapie anbieten zu können, arbeiten medizinische Experten im Rahmen von spezialisierten Zentren fachübergreifend zusammen. Der Interventionelle Radiologe spielt dabei eine zunehmend wichtige Rolle im Behandlungsteam, da sich die modernen mikrotherapeutischen Verfahren gut in das jeweilige Therapiekonzept integrieren lassen.

Interventionelle Radiologie soll flächendeckend angeboten werden

Derzeit sind die Möglichkeiten der Interventionellen Radiologie bei Patienten und niedergelassenen Ärzten aller Fachrichtungen noch wenig bekannt. Eine verbesserte Wahrnehmung der neuen Methoden könne laut Professor Stroszczynski über interdisziplinäre Zentren oder eigene radiologische Ambulanzen und Spezialsprechstunden erfolgen, beispielweise für interventionell radiologische Tumortherapien oder für Gefäßanomalien

Ziel der DeGIR ist es, qualitativ hochwertige bildgestützte Eingriffe durch Interventionelle Radiologen flächendeckend und rund um die Uhr sicherzustellen. In den vergangenen Jahren wurde hierfür ein Zertifizierungsprogramm realisiert, an dem bereits über 200 Krankenhausradiologen, darunter auch Professor Stroszczynski, als Ausbilder teilnehmen. „Die medizinische Schulung für diese interventionsradiologischen Eingriffe ist anspruchsvoll und erfordert eine sorgfältige und langjährige Anleitung. Ich hoffe aber, dass es durch eine weitere Förderung und Entwicklung des Programms gelingt, die Interventionelle Radiologie in Deutschland weiter ausbauen zu können“, so Professor Stroszczynski.

Spitze in der Medizin. Menschlich in der Begegnung. Das Universitätsklinikum Regensburg (UKR) versorgt als jüngstes Universitätsklinikum Deutschlands jährlich etwa 33.000 Patienten stationär sowie ca. 137.000 ambulant. Hierfür hält das UKR 833 Betten und 52 tagesklinische Behandlungsplätze bereit (von insgesamt 1.087 universitär betriebenen Betten der Fakultät für Medizin der Universität Regensburg). In 28 human- und zahnmedizinischen Kliniken, Polikliniken, Instituten und Abteilungen beschäftigt das Universitätsklinikum Regensburg mehr als 4.300 Mitarbeiter. Das UKR bietet Spitzenmedizin und ist dafür in allen Bereichen personell wie technisch ausgestattet. Bei der durchschnittlichen Fallschwere („Case-Mix-Index“) liegt das UKR an der Spitze der deutschen Universitätsklinika und behandelt damit die schwersten Krankheitsbilder bundesweit. Neben der Patientenversorgung der höchsten Versorgungsstufe ist das UKR gemeinsam mit der Fakultät für Medizin der Universität Regensburg für die Ausbildung von rund 1.900 Studierenden (Human- und Zahnmedizin) sowie für die medizinische Forschung verantwortlich. Gemeinsames Ziel aller Mitarbeiter sind die optimale medizinische und pflegerische Versorgung der Patienten sowie ein wertschätzendes Miteinander im Team.

Quelle: Universitätsklinikum Regensburg

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