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Universitätsklinikum Regensburg: Krankheitsmigration als globale Herausforderung

Pressemeldung vom 23. Juni 2015, 08:45 Uhr

Auf Einladung des Universitätsklinikums Regensburg (UKR) beraten am 25. und 26. Juni 2015 internationale Experten über Therapieoptionen und Behandlungsempfehlungen bei der Sichelzellerkrankung.

Obwohl sie eine der häufigsten genetischen Erkrankungen weltweit ist, ist die Sichelzellerkrankung, auch Sichelzellanämie genannt, in Deutschland relativ unbekannt. Besonders verbreitet ist sie in Afrika, im östlichen Mittelmeerraum und Vorderasien. Dies hängt mit einem Selektionsvorteil der Krankheitsträger zusammen. Sichelzellen sind resistent gegen Malaria, eine Erkrankung, die in den Tropen und Subtropen häufig auftritt und unbehandelt zumeist tödlich endet. Durch zunehmende Migration aus den Verbreitungsgebieten dieser Krankheit wird die Sichelzellanämie nun auch in Deutschland immer häufiger.

Nach aktuellen Schätzungen sind hierzulande bislang zwischen 3.000 und 5.000 Patienten von der Sichelzellkrankheit betroffen. Aufgrund der bisherigen, geringen Fallzahlen sind Ärzte im Umgang mit der Krankheit noch unerfahren und daher auf Informationen und Leitlinien von Experten angewiesen. Dem kommt das „Internationale Konsortium zur Therapie und Prävention der Sichelzellkrankheit“ nach, das am 25. und 26. Juni 2015 auf Einladung des UKR und mit Unterstützung der „Helga und Erwin Hartl Universitätsstiftung“ in Regensburg tagen wird. 60 Experten aus aller Welt diskutieren dabei neue und innovative Behandlungsmöglichkeiten in enger Zusammenarbeit mit Kollegen aus den Schwellenländern, wo die Erkrankung ein enormes gesundheitspolitisches Problem darstellt. „Die Sichelzellanämie kann momentan nur durch eine Stammzelltransplantation geheilt werden. Leider stehen den Patienten nur selten passende Spender zur Verfügung. Ziel unserer Tagung ist es, die Stammzelltransplantation von einem Elternteil weltweit als die Therapie der ersten Wahl zu etablieren. So könnte jedem Patienten eine Stammzelltransplantation und somit eine Heilung angeboten werden“, erläutert Professor Dr. Selim Corbacioglu, Leiter der Abteilung für Pädiatrische Hämatologie, Onkologie und Stammzelltransplantation des UKR und Mitglied des Internationalen Konsortiums.

Quelle: Universitätsklinikum Regensburg

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