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Weilheim-Schongau: Die Suchtpräventionsprojekte „Hart am Limit (HaLT)“ und „Wir geben Halt“ bewähren sich.

Pressemeldung vom 23. März 2017, 15:05 Uhr

„Alkoholkonsum bei Jugendlichen“ ist seit vielen Jahren ein Schwerpunktthema des Gesundheitsamtes im Landratsamt Weilheim-Schongau. Im Jahr 2016 wurden 26 Minderjährige mit einer Alkoholvergiftung in den Krankenhäusern des Landkreises Weilheim-Schongau behandelt. Im Jahr 2013 waren es noch 63 Krankenhauseinweisungen.

„Durch die intensive Präventionsarbeit im Landkreis Weilheim-Schongau und die stetige Sensibilisierung der Jugendlichen und deren Eltern ist die Zahl von Krankenhauseinweisungen Minderjähriger mit einer Alkoholvergiftung in den letzten Jahren rückläufig“, bestätigt Dr. Stefan Günther vom Gesundheitsamt. „Unter den Jugendlichen hat sich ein kritischerer Blick bzgl. Alkoholkonsums entwickelt.“

Im Jahr 2009 startete das Gesundheitsamt im Landratsamt Weilheim-Schongau in Zusammenarbeit mit den Krankenhäusern und der Psychosozialen Beratungsstelle der Herzogsägmühle mit einem Projekt gegen exzessiven Alkoholmissbrauch von Jugendlichen, angelehnt an das „HaLT-Hart am Limit“ – Projekt des Bayerischen Staatsministeriums für Gesundheit und Pflege.

In diesem Projekt werden neben einem breiten präventiven Angebot alkoholisierte Jugendliche und deren Eltern bereits bei der ärztlichen Erstbehandlung im Krankenhaus und unmittelbar danach durch Fachleute der Psychosozialen Beratungsstelle der Herzogsägmühle beraten. Diese frühen Interventionen bei Jugendlichen verhindern größtenteils einen weiteren exzessiven Alkoholkonsum und schaffen ein verantwortungsvolles Bewusstsein gegenüber Alkohol- und Drogenkonsum.

Ein weiteres Suchtpräventionsprojekt ist „Wir geben Halt“. Städte und Gemeinden, Vereine, Schulen, Handel, Gewerbe und Betriebe werden über den Umgang mit Alkohol informiert und geschult. Bisher wurden zahlreiche Projekten und Aktionen zum Thema Alkohol erfolgreich durchgeführt.

Obwohl die Verbreitung des Rauschtrinkens teilweise zurückgeht, ist sie bundesweit insgesamt immer noch zu hoch: 16 Prozent der männlichen und 13 Prozent der weiblichen Jugendlichen geben an, dass sie sich mindestens einmal im Monat in einen Rausch trinken (Quelle: Drogenaffinitätsstudie der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, 2015).

Im Jahr 2014 wurden in Deutschland 22 391 Kinder und Jugendliche im Alter von zehn bis 19 Jahren aufgrund akuten Alkoholmissbrauchs stationär in einem Krankenhaus behandelt. Wie das Statistische Bundesamt weiter mitteilt, waren dies 3,8 % weniger als 2013. 70 % der Kinder und Jugendlichen, die wegen akuten Alkoholmissbrauchs stationär behandelt werden mussten, waren noch keine 18 Jahre alt (2013: 71 Prozent).

Quelle: Landratsamt Weilheim-Schongau

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