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Weilheim-Schongau: Nach den Ferien – Läusealarm!

Pressemeldung vom 13. September 2011, 14:00 Uhr

Als lästiges Souvenir bringen Kinder aus den Ferien Kopfläuse mit. Mit einfachen Mitteln
können die hartnäckigen Parasiten wieder entfernt werden. Wichtig ist nur, die wiederholt
nötigen Behandlungen über drei Wochen zuverlässig vorzunehmen.

Wegen Kopfläusen wird besonders oft in Schulen und Kindergärten Alarm geschlagen. Im
letzten Jahr waren das im Landkreis Weilheim-Schongau insgesamt 129 und in diesem Jahr
schon 54 Einrichtungen. Auch von Urlaubsreisen werden jetzt die Parasiten häufig mitge-
bracht. In der kälteren Jahreszeit werden sie zudem durch vermehrten Haar-zu-Haar-Kontakt
beim Spielen in Innenräumen weitergegeben. Betroffene werden dabei oft zu Unrecht wegen
angeblicher Hygiene-Mängel stigmatisiert.

Der Befall ist ungefährlich, weil die Kopflaus als Krankheitsüberträger so gut wie keine Be-
deutung hat. Kopfläuse können zwar ebenso wie Kleiderläuse bei ihrer Blutmahlzeit Krank-
heitserreger aufnehmen, etwa Rickettsien als Erreger von Fleckfieber. „Da Kopfläuse ihren
menschlichen Wirt weitaus seltener wechseln als Kleiderläuse, spielen sie als Überträger
von Krankheiten bei uns so gut wie keine Rolle“, sagte Dr. Karl Breu, Leiter des Gesund-
heitsamtes. Durch die gute Hygiene in Industrieländern gibt es zudem kaum noch menschli-
che Reservoirs für von Läusen übertragene Infektionserreger.

Kopfläuse werden fast ausschließlich durch Haarkontakt von Kopf zu Kopf übertragen. Des-
halb sind Kindergarten- und Schulkinder, die ihre Köpfe im Alltag weitaus öfter und enger
zusammenstecken als Erwachsene, primär betroffen.

Die befruchteten Weibchen wandern nach der Blutmahlzeit von der Kopfhaut an die Enden
offen liegender Haare. Bekommen die Parasiten dabei das Haar eines anderen Menschen
zu greifen, können sie auf den neuen Wirt wechseln und dort mit der Ablage von täglich zwei
bis zehn Eiern (Nissen) eine neue Population gründen. Dass eine Laus beim Wirtswechsel
zu Boden fällt, ist angesichts ihrer perfekten, zu Haarklammern umgestalteten sechs Beine
sehr unwahrscheinlich.

Getrennt von ihrem Wirt würden die Tiere zudem schnell austrocknen und sterben. „Daher ist
es eine Zeitverschwendung, bei einem neu entdeckten Kopflausbefall Räume intensiv zu
putzen oder gar zu desinfizieren“, betont Dr. Karl Breu. Man sollte sich vielmehr darauf kon-
zentrieren, bei allen Kontaktpersonen vom Betroffenen in Schule, Kindergarten, Familie und
Freundeskreis die Haare gründlich, das heißt mindestens eine viertel Stunde lang, mit Kamm

und Lupe nach Nissen abzusuchen. Die Nissen finden sich dabei besonders im Nacken, an
den Schläfen oder hinter den Ohren.

Nach § 34 des Infektionsschutzgesetzes schließt ein festgestellter Kopflausbefall eine
Betreuung in einer Gemeinschaftseinrichtung zunächst aus. Grundsätzliche Vorraussetzung
dafür, dass Schulen und andere Gemeinschaftseinrichtungen von Kindern und Jugendlichen
wieder besucht werden können, ist, dass nach ärztlichem Urteil eine Weitererbreitung der
Verlausung nicht zu befürchten ist. In Einzelfällen reicht beim Erstbefall, die Zustimmung der
Leitung der Einrichtung vorausgesetzt, eine Bestätigung des Sorgeberechtigten, dass eine
Behandlung korrekt durchgeführt wurde.

Dazu ist bei Kopflaus-Befall ein zugelassenes Läusemittel konsequent mit den jeweiligen
Angaben auf dem Beipackzettel anzuwenden. Bei der Therapie kommt es darauf an, sowohl
die Läuse als auch die Embryonen in den Nissen zu töten. Dabei hat sich folgende systema-
tische, vom Robert-Koch-Institut empfohlene Vorgehensweise bewährt:

Tag 1: Mit einem Insektizid behandeln und anschließend nass auskämmen.
Tag 5: Nass auskämmen, um früh nachgeschlüpfte Larven zu entfernen,
bevor sie mobil sind.
Tag 8, 9 oder 10: Erneut mit dem Insektizid behandeln, um spät geschlüpfte Larven
abzutöten.
Tag 13: Kontrolluntersuchung durch nasses Auskämmen.
Tag 17: Eventuell letzte Kontrolle durch nasses Auskämmen.

Nach der Erstbehandlung können durchaus noch Larven schlüpfen. Zeitaufwendig aber not-
wendig ist es die Haare mit einer Pflegespülung und einem Läusekamm nass auszukäm-
men.

Das mitunter empfohlene Abtöten von Läusen und Nissen durch die Anwendung von Heiß-
luft, z. B. mittels eines Föns, ist unzuverlässig und kann zu erheblichen Kopfhautschädigun-
gen führen, so dass grundsätzlich davon abzuraten ist. Ebenso ist ein Saunaaufenthalt zur
Abtötung der Läuse ungeeignet.

Für weitere Fragen stehen Ihnen die Ärztinnen und Sozialmedizinischen Assistentinnen des
Gesundheitsamtes unter der Telefonnummer: 0881/681-1600 zur Verfügung.

Quelle: Landratsamt Weilheim-Schongau

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