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Wertach: Das Duftwunder aus Bayern

Pressemeldung vom 16. Februar 2010, 15:34 Uhr

Es geht um ein Milchprodukt von derart strengem Geruch, dass selbst ein vollreifer Limburger dagegen zur Fadheit verblaßt. Man nennt es „Bayerns geheime Waffe“, deren Geruch allein wahrscheinlich die Preußen im Jahre 1866 zurückgedrängt hätte. Mit dem „Weißlackerkäse“ im Rucksack kann man selbst in überfüllten Zügen davon ausgehen, dass man das Abteil in kürzester Zeit für sich alleine hat. Schon John Dornberg, Redakteur von „Das Beste“, bezeichnete den Weißlacker als „Aristokrat unter den Stinkkäsen“. Anno 1874 wurde der „Weißlackerkäse“ von den Gebrüdern Josef und Anton Kramer erfunden. Aus dem „Backsteinkäse“, einem Allgäuer Limburger, wurde durch Erhöhung des Fett- und Salzgehalts der legendäre „Weißlacker“.

Ohne respektlos sein zu wollen, lautet eine andere Version so: Kramer bereitete gerade Limburger zu und merkte, dass er zu wässrig und salzig wurde; die Ware wegzuwerfen ging nicht, aber verkaufen konnte er sie auch nicht. So ließ er sie sechs Monate lang in einem finsteren Winkel stehen. Im Frühjahr 1875 kam vermutlich ein Großhändler vorbei, dem Kramer den alten Käse mit gehörigem Rabatt verkaufte. Geplant oder ungeplant entstanden – die Neuschöpfung schlug sogleich ein. Postwendend häuften sich bei der Sennerei der Gebrüder Kramer die Nachbestellungen für den pikanten Käse. 1876 erhielten sie auf 15 Jahre ein königliches Patent für den Weißlacker, womit dieser der erste patentierte Käse der Welt geworden war. Der Weisslacker war der Liebling der Wirte, da er den Bierumsatz durch den hohen Salzgehalt, in die Höhe schnellen ließ. Klassischer Weise isst man den „Weisslacker“ pur in kleinen Stückchen auf gebuttertem Brot und spült mit Bier oder fränkischem Weißwein nach. Auch den „Allgäuer Kässpatzen“ verleiht er als Zugabe einen besonders würzigen Geschmack.

Als Geburtsort des Weißlackerkäses veranstaltet die Tourist-Information Wertach einmal jährliche Käse-Seminare. Neben 3 Übernachtungen mit Frühstück, einer Führung durch die Bergkäserei mit Käseprobe, einem Diavortrag, einer Laternenwanderung zu einer Hütte, wo es Original Allgäuer Kässpatzen und zünftige Hüttenmusik gibt, erhält jeder Teilnehmer nach bestandener „Käse – Probe“ das „Käse-Diplom“.

Nähere Infos erteilt gerne die Tourist – Information Wertach, Tel. 08365 70 21 99, Telefax 08365 70 21 21
www.wertach.de – info@wertach.de

Quelle: Tourist – Information Wertach

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